DGB-Stadtverband Mönchengladbach positioniert sich deutlich gegen eine Kontaktgebühr bei Arztbesuchen

Wie die Woche öffentlich bekannt wurde, fordert der Arbeitgeberverband BDA, dass Patienten und Patientinnen in Zukunft für jeden Arztbesuch zahlen sollen.

Mönchengladbach – Annette Hülser, DGB-Stadtverband Mönchengladbach, gibt hierbei zu bedenken, dass wiederkehrende Kontaktgebühren bei Arztbesuchen der falsche Weg sind. Bereits einzelne Gebühren treffen vor allem diejenigen, die auf regelmäßige medizinische Versorgung angewiesen sind, etwa chronisch kranke Menschen oder Dialysepatientinnen und -patienten. Auch Impfungen oder notwendige Krebsbehandlungen blieben davon nicht verschont.

Statt neue Gebühren einzuführen, plädiert sie dafür, das Gesundheitssystem so zu gestalten, dass die Sozialabgaben nicht weiter steigen. „Die Lösung liegt nicht in Strafzahlungen, sondern in Anreizen: etwa in einem leistungsfähigen Facharztterminvergabesystem, damit Patientinnen und Patienten frühzeitig Hilfe erhalten, oder in einer Sicherstellung flächendeckender ärztlicher Versorgungsangebote.

Aus Sicht der Gewerkschaften erhöht eine Kontaktgebühr vor allem die Hemmschwelle, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das verschärft soziale Ungleichheiten und führt zu höheren Kosten durch verschleppte oder später behandelte Erkrankungen. Diese wiederum würden sich dann auch in längeren Fehlzeiten bei Arbeitnehmenden widerspiegeln. Das ist kein Weg. Wir fordern Modelle, die die Versorgung effizienter machen, ohne Menschen mit geringem Einkommen zusätzlich zu belasten.

Die Gesellschaft lebt von Solidarität, und das leben wir nicht nur im Gewerkschaftskontext, sondern fordern wir auch im Gesundheitssystem“, sagt Annette Hülser. (opm)