Martinszüge in Süchteln finden 2025 zunächst wie gewohnt statt

Eine erfreuliche Nachricht für alle kleinen und großen Laternenträger: Nach Wochen der Unsicherheit steht nun fest – die traditionsreichen St. Martinszüge in Süchteln können auch in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden. Im kommenden Jahr wird das Thema allerdings erneut auf den Tisch der Politik und Verwaltung kommen.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Viersen-Süchteln – Wer einmal dabei war, weiß, was diese Abende für Süchteln bedeuten: Wenn Kinder mit bunten Laternen durch die Gassen ziehen, Musik erklingt und das Martinsfeuer lodert, dann ist das nicht nur ein Fest – es ist ein Stück gelebte Gemeinschaft. Jedes Jahr beteiligen sich allein im Süchtelner Stadtkern über 1.000 Schülerinnen und Schüler, begleitet von Lehrkräften, Musikkapellen und hunderten Eltern. In den Ortsteilen Hagen, Dornbusch, Sittard, Hagenbroich und Vorst sind es jeweils mehrere Hundert Teilnehmende, die gemeinsam das Licht des Heiligen Martin durch die Nacht tragen.

Dass diese Veranstaltungen überhaupt möglich sind, ist das Verdienst vieler Ehrenamtlicher, die mit großem Engagement planen, organisieren und sichern. Seit mehr als einem Jahrhundert halten die Süchtelner St. Martinsvereine dieses kulturelle Erbe lebendig – seit 2018 ist es offiziell Teil des immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen.

Für Gesprächsstoff sorgte zuletzt die Frage, ob die Freiwillige Feuerwehr in diesem Jahr überhaupt an den Zügen teilnehmen darf. Was bisher geduldet wurde, sollte aufgrund von Zuständigkeiten wegfallen. Der Fachbereichsleiter Feuerwehr und Zivilschutz hatte den freiwilligen Helfern eine Teilnahme verboten. Begründet wurde dies mit dem fehlenden Versicherungsschutz der teilnehmenden, freiwilligen Feuerwehrleute. Jedoch sind die freiwilligen Feuerwehren im Kreis Viersen auch bei solchen Einsätzen durch die Unfallkasse NRW nach wie vor versichert.

Nach einem offenen Brief der Süchtelner Martinsvereine änderte sich diese Aussage. Nun durften die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr wieder mitlaufen – privat, in Uniform, aber ohne Pechfackel. Jetzt ist eine weitere Lösung gefunden: Nach einem intensiven Gespräch zwischen den Vorständen der Süchtelner St. Martinsvereine, dem Ersten Beigeordneten der Stadt Viersen, Ertunç Deniz, sowie Ordnungsamt-Abteilungsleiter Marcel Welter ist die Zukunft des beliebten Brauchtums vorerst gesichert. Die Feuerwehr bleibt an Bord – nur der traditionelle Feuerwehrwagen am Ende der Züge muss in diesem Jahr pausieren.

Das Ordnungsamt Viersen springt dafür ein und stellt ein eigenes Fahrzeug, um die Sicherung des Zuges zu gewährleisten. „Wir hoffen sehr, dass der Feuerwehrwagen in Zukunft wieder mitfahren darf“, sagen die Vorstände der St. Martinsvereine.

Schon jetzt steht fest, dass das Thema im kommenden Frühjahr erneut auf die Tagesordnung kommt. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Bürgermeister Christoph Hopp und den politischen Fraktionen soll dann geprüft werden, wie die Martinszüge langfristig abgesichert werden können – organisatorisch, versicherungstechnisch und kulturell. (sk)

Wenn das Licht erlischt: Martinsvereine kämpfen um ihre Tradition

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz