Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Haushalt des Kreises Viersen für das Jahr 2026 genehmigt. Als zuständige Kommunalaufsicht prüft sie, ob die Haushaltsplanung rechtlich zulässig und finanziell tragfähig ist.
Kreis Viersen – Der Kreis Viersen steht – wie viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen – weiterhin vor großen finanziellen Herausforderungen. Steigende Sozialausgaben, höhere Umlagen und wachsende Kosten in vielen Bereichen belasten den Haushalt deutlich. Gleichzeitig investiert der Kreis weiter in wichtige Zukunftsprojekte – etwa in den Bevölkerungsschutz, den Rettungsdienst und Schulen.
Für das Jahr 2026 plant der Kreis mit Erträgen von rund 554,4 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 577,3 Millionen Euro. Daraus ergibt sich zunächst ein Defizit von rund 22,9 Millionen Euro. Durch einen sogenannten globalen Minderaufwand – also vorsorglich eingeplante pauschale Einsparungen bei den Aufwendungen – reduziert sich das geplante Defizit auf rund 11,5 Millionen Euro.
Um dieses Defizit auszugleichen, nutzt der Kreis seine finanziellen Rücklagen und die Möglichkeit des Verlustvortrags. Die sogenannte Ausgleichsrücklage wird dabei vollständig aufgebraucht. Zusätzlich werden rund 6,5 Millionen Euro aus der Allgemeinen Rücklage entnommen. Dort verbleiben anschließend noch rund 37,2 Millionen Euro.
Die zukünftige Finanzplanung zeigt nach Angaben des Kreises eine schrittweise Stabilisierung der Haushaltslage. Ab 2028 werden wieder positive Jahresergebnisse erwartet. Für das Jahr 2029 plant der Kreis aktuell mit einem Überschuss von rund 6,2 Millionen Euro.
Um die Finanzierung des Haushalts sicherzustellen, steigt die Kreisumlage von 36,5 Prozent auf 38,5 Prozent. Die Kreisumlage wird von den Städten und Gemeinden im Kreis getragen und stellt die wichtigste Einnahmequelle des Kreises dar.
Besonders stark steigen weiterhin die Sozialausgaben. Die sogenannten Transferaufwendungen – darunter beispielsweise Leistungen im sozialen Bereich – erhöhen sich im Jahr 2026 voraussichtlich auf rund 303,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 7,9 Prozent. Ein großer Teil davon entfällt auf die Umlage an den Landschaftsverband Rheinland, auf deren Höhe der Kreis keinen direkten Einfluss hat.
Geplant sind unter anderem der Neubau des Bevölkerungsschutzzentrums, eine neue Rettungswache in Schwalmtal sowie Investitionen in Förderzentren und Schulen wie das Förderzentrum West und die Franziskusschule.
Regierungspräsident Thomas Schürmann erklärt: „Der Kreis Viersen reagiert auf die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen mit einer verantwortungsvollen und langfristig ausgerichteten Haushaltsplanung. Gleichzeitig bleibt es wichtig, weiter in zentrale Bereiche wie Sicherheit, Bildung und Infrastruktur zu investieren.“
Die Bezirksregierung Düsseldorf begleitet den Kreis Viersen im Rahmen ihrer kommunalaufsichtlichen Aufgaben weiterhin eng bei der Haushaltsentwicklung und der Sicherung einer dauerhaft tragfähigen Finanzsituation. (opm)



