Auch die Kunstwerke im Viersener Bahnhof, die dort vor mittlerweile drei Jahren installiert wurden, haben einen Pokéstop erhalten.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Pokémon-Go-Fan Mila (14)
Viersen – Wer meint Pokémon ist doch schon uralt und ist längst langweilig, der irrt. Täglich kommen neue Spieler hinzu und bei der App ‚Pokémon Go‘ ist man in Gesellschaft von über einer Milliarde Teilnehmern weltweit. Wenn man dabei nur Augen für die Pokémon-Jagd hat, der lernt dabei auch die eigene Stadt besser kennen. Nach der ehemaligen Reichsbank hat Pokémon-Go-Fan Mila (14) die Kunstwerke im Hauptbahnhof Viersen für eine Vorstellung ausgesucht.
„Der Bahnhof in Viersen ist kein leuchtendes Vorbild“, meint Schülerin Mila. Dreckig und schmuddelig ist Viersens Entrée. Der Boden klebt, Farbe blättert. Eigentlich sollten die großformatigen Kunstwerke im Fußgängertunnel den Bahnhof aufwerten. „Irgendwie tun sie das bestimmt, doch sie hätten wirklich schönere Plätze verdient.“
Die Idee zu dieser Aktion hatte 2019 der Viersener Künstler Emil Schult, von dem selbst zwei Arbeiten aufgehangen wurden. Die goldenen Wahrzeichen der Stadt und die Nierslandschaft werden ergänzt von dem geöffneten Tor der Immendorff-Schülerin Sala Lieber, das Künstlerbüro „KunstRaub“, genauer gesagt Jerome Stöhr und Norman Schüler, brachte zwei Astronauten-Einzelbilder hinter Plexiglas ein. Um die Mispelblüte dreht sich das Motiv der Künstler Isabel und Daniel Schubert aus Venekoten.
Zwei Jahre lang beschäftigte sich Emil Schult mit seiner Idee, die als „Weltkunst in Viersen“ von dem Bevollmächtigten der Deutschen Bahn in NRW bezeichnet wurde. Ursprünglich waren weitere Aktionen beispielsweise in Dülken oder Hinweisschilder in verschiedenen Sprachen geplant – „einiges verlief im Sand“. Abgesehen von einem neuen Anstrich im Fahrgasttunnel hat sich nicht viel getan, der Stationsbericht des VVR von 2021, der die verschiedenen Bahnstationen bewertet, weißt zudem keinerlei Planungen für den Viersener Bahnhof aus. „Es bleibt also alles beim Alten!“ (Mila)
Was ist Pokémon Go? Willkommen in der virtuellen Spielewelt. Ziel der App auf dem Mobilgerät ist es, möglichst viele der Fantasiewesen in der ‚erweiterten Realität‘ zu fangen und zu trainieren. Grundsätzlich ist das Spiel kostenlos zu spielen, aber natürlich gibt es hier – wie so oft – einige kostenpflichtige Zusatzmöglichkeiten. Das muss aber nicht sein. Mila selbst spielt seit fast fünf Jahren und hat noch keinen Cent für ihr Hobby bezahlt. An den sogenannten Pokéstops erhalten die Spieler neben virtuellen Gegenständen, wie Pokébälle, Eier, Tränke & Co., auch Infos über die eigene Stadt. (nb)





