Pokémon Go-Serie: Lerne Viersen einmal anders kennen

Wer meint Pokémon ist doch schon uralt und ist längst langweilig, der irrt. Täglich kommen neue Spieler hinzu und bei der App ‚Pokémon Go‘ ist man in Gesellschaft von über einer Milliarde Teilnehmern weltweit. Wenn man dabei nur Augen für die Pokémon-Jagd hat, der lernt dabei auch die eigene Stadt besser kennen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Pokémon-Go-Fan Mila (14)

Viersen – Über Pokémon Go gibt es zahlreiche Infos und Berichte. Die Viersener Spielerin Mila (14) kam deshalb mit der Idee auf den Rheinischen Spiegel zu, doch einmal über die Hintergründe der sogenannten Pokéstops zu berichten. Dort erhalten die Spieler neben virtuellen Gegenständen, wie Pokébälle, Eier, Tränke & Co., auch Infos über die eigene Stadt.

Gemeinsam mit Schülerin Mila ist RS-Redakteurin Nadja Becker deshalb auf Pokéstop-Suche gegangen und hat sich die verschiedenen Standorte einmal genauer angesehen. In einer kleinen, fünfteiligen Serie stellen die beiden gemeinsam einige der virtuellen Orte in Viersen vor.

Doch, was ist Pokémon Go eigentlich, werden sich vielleicht einige Leser fragen. Willkommen in der virtuellen Spielewelt der Smartphones und Tablets ist hierfür die erste Antwort. Es handelt sich nämlich um ein Spiel, welches durch eine App auf dem Mobilgerät zum Leben erwacht. Ziel ist es, möglichst viele der Fantasiewesen in der ‚erweiterten Realität‘ zu fangen und zu trainieren. Grundsätzlich ist das Spiel kostenlos zu spielen, aber natürlich gibt es hier – wie so oft – einige kostenpflichtige Zusatzmöglichkeiten. Das muss aber nicht sein. Mila selbst spielt seit fast fünf Jahren und hat noch keinen Cent für ihr Hobby bezahlt.

Reichsbank Viersen – Wo das Geld beheimatet war

„Als die Reichsbank 1904 in Viersen eine Nebenstelle eröffnete, da war sogar meine Großmutter noch nicht geboren“, so Pokémon-Go-Spielerin Mila. Im Jahre 1948 wurde dann ein neues Notenbanksystem angewandt und in der Folgezeit wurde aus der Reichsbank-Nebenstelle eine Nebenstelle der Landeszentralbank NRW. Wo in der Vergangenheit mit Reichsmark und D-Mark gehandelt wurde, sind vor gut einem Jahrzehnt Wohnungen entstanden, nachdem die Geldzähler der Geldtransportfirma Heros nach einen Betrugsskandal die Räume verlassen haben. 2006 rissen dabei die Ermittler sogar Versorgungsleitungen heraus auf der Suche nach Geldverstecken.

Entworfen hat das zweigeschossige Eckgebäude an der Poststraße und Parkstraße Professor H. Stiller. Bis heute sind auch das Steinrelief mit einem Reichsadler am Ostgiebel, der Reichsbank-Schriftzug, die originalen Türen, das Treppenhaus mit dem schmuckvollen Geländer aus Schmiedeeisen oder die über 100 Jahre alte Tresortüre erhalten. (nb/Mila)

Foto: Privatarchiv Josten/Screenshot Pokémon Go