Adventszeit in Boisheim: Ein Weihnachtsmarkt aus dem Dorf für das Dorf

Schon von weitem war am vergangenen Donnerstag zu spüren, dass rund um die Kapelle im Herzen von Boisheim etwas Besonderes geschah. Lichterketten funkelten im frühen Winterdunkel, Stimmen mischten sich mit Musik, und der Duft von Bratwurst und frisch gebackenen Reibekuchen zog durch die Straßen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Viersen-Boisheim – Der Weihnachtsmarkt des DORV-Zentrums hatte seine Tore geöffnet – und verwandelte den Ort für einige Stunden in einen lebendigen Treffpunkt voller Herzlichkeit, Begegnung und gelebter Nachbarschaft. Was diesen Weihnachtsmarkt auszeichnete, war jedoch nicht allein die festliche Kulisse, sondern vor allem die Menschen, die ihn trugen. Geplant und organisiert wurde das Fest vollständig von Ehrenamtlichen. Nahezu alle Vereine und Gruppierungen aus Boisheim beteiligten sich mit Ständen, Ideen und helfenden Händen. Hier zeigte sich eindrucksvoll, was möglich ist, wenn ein Dorf zusammensteht: Jeder packte mit an, jeder war willkommen, und überall wurde miteinander gesprochen, gelacht und geholfen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Bereits der Auftakt setzte einen stimmungsvollen Akzent. Der Kinderchor lockte mit weihnachtlichen Liedern und sorgte für leuchtende Augen bei Eltern, Großeltern und Besuchern. Später wurde es musikalisch noch voller: Sängerinnen und Sänger des WDR-Rundfunkchors mischten sich unter die Gäste – gut erkennbar an ihren Weihnachtsmannmützen. Gemeinsam mit den Boisheimerinnen und Boisheimern stimmten sie bekannte Klassiker an. Als „Jingle Bells“ erklang, sang der Platz geschlossen mit. Die Kapelle wurde zur Klangkulisse eines besonderen Moments, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Zwischen den musikalischen Darbietungen lud der Markt zum Bummeln und Verweilen ein. Verschiedene Stände boten liebevoll gestaltete Geschenkideen an – handgemacht, kreativ und persönlich. Kulinarisch blieb kein Wunsch offen: Von deftiger Bratwurst bis zu knusprigen Reibekuchen mit Apfelmus war für jeden Geschmack etwas dabei. Hunger oder Durst musste hier niemand leiden. Der Weihnachtsmarkt war dabei weit mehr als ein vorweihnachtliches Fest. Er wurde zum sichtbaren Zeichen eines Miteinanders, das in Boisheim noch gelebt wird. Nachbarschaft zählt hier – wie man es aus früheren Zeiten kennt. Egal ob Verein, Initiative oder private Gruppe: Wenn gefeiert wird, sind fast alle dabei. Man kennt sich, man hilft sich, und man kann sich gegenseitig auf einen Rat verlassen. Dieses Zusammenspiel machte den Markt zu einem Ereignis, das weit über die Dorfgrenzen hinaus Vorbildcharakter hat.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Auch die Öffentlichkeit nahm davon Notiz. Der WDR war vor Ort und berichtete regional über das besondere Zusammenleben in Boisheim – sogar live. Ein Weihnachtsmarkt, der nahezu alle Bereiche des Dorflebens widerspiegelt und zeigt, wie stark Gemeinschaft sein kann, wenn alle an einem Strang ziehen. In ihren Ansprachen würdigten die Verantwortlichen dieses Engagement. Bürgermeister Christoph Hopp dankte der Gemeinde ausdrücklich für ihren Einsatz, ihre Zeit und ihre Leidenschaft. Auch Ortsbürgermeister Rainer Thielmann richtete seinen Dank an die Einwohnerinnen und Einwohner sowie an alle Beteiligten, die diesen Weihnachtsmarkt möglich gemacht hatten. Ihre Worte unterstrichen, was an diesem Abend ohnehin spürbar war: Gemeinsamkeit macht stark – und sie macht Freude. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath