Akzent auf Nachhaltigkeit: Wohnungsgenossenschaft Viersen feiert 125. Geburtstag

570 Wohnungen, rund 1.000 Mitglieder: Die Wohnungsgenossenschaft Viersen steht für bezahlbaren Wohnraum in der Kreisstadt. Vor 125 Jahren wurde sie gegründet. Ein Akzent liegt auf Nachhaltigkeit.

Viersen – Arbeiter und Angestellte gründeten im Jahr 1900 die Wohnungsgenossenschaft, die damals noch „Spar- und Baugenossenschaft“ hieß. Mit ihrem Zusammenschluss reagierten sie auf eine Folge der Industrialisierung: Immer mehr Menschen zogen vom Land in die Stadt, weil sie Arbeit in den Fabriken fanden – es gab jedoch viel zu wenige „gesunde und zweckmäßig gebaute Kleinwohnungen“, wie es die Chronik beschreibt. Die Keimzelle der Wohnungsgenossenschaft liegt im Rahser. Die ersten Häuser entstanden an der Ecke Sittarder Straße/Oberrahserstraße. Sie wurden 1975 abgerissen und durch moderne Gebäude ersetzt.

Zu ihrem Jubiläum verzichtete die Wohnungsgenossenschaft auf eine Feier mit offiziellen Reden. „Wir haben uns bewusst für ein lockeres Familien-Sommerfest mit unseren Mietern, Mitgliedern und Mitarbeitenden sowie Kooperationspartnern entschieden“, erläutert der hauptamtliche Vorstand Lars Sluka (48), der die Genossenschaft gemeinsam mit den nebenberuflichen Vorstandsmitgliedern Günter Neumann und Georg Maria Balsen führt. Vorsitzende des siebenköpfigen Aufsichtsrates ist Regina Peters.

So feierte die Wohnungsgenossenschaft ihren besonderen Geburtstag bei sommerlichem Wetter auf einem Gartengrundstück an der Nordstraße mit einigen hundert Gästen. Die Kinder konnten sich schminken oder mit Borussias „Jünter“ fotografieren lassen, während die Erwachsenen ein attraktives Unterhaltungsprogramm genossen. Für beste Stimmung sorgten das Duo „Andy & Lucas“, die Band „Paintings on Concrete“, die Roahser Funken und die Remember Band.

Auch künftig will sich die Wohnungsgenossenschaft Viersen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz engagieren. Kürzlich hat sie den gesamten Wohnungsbestand daraufhin analysiert, wie die Auswirkungen des Klimawandels gemindert werden können. „Anhand der Ergebnisse werden wir nun eine Klimastrategie für die nächsten 20 Jahre entwickeln“, sagt Lars Sluka. Einen Schwerpunkt legt der Vorstand auf die Modernisierung der Gebäude mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. „Wo es geht, wollen wir durch entsprechende Technik sowohl auf teure Dämmung als auch auf den Einsatz von Gas verzichten“, erklärt Günter Neumann. Für ihren Beitrag zur Klimaneutralität muss die Wohnungsgenossenschaft nach heutigem Stand rund 21 Millionen Euro investieren. „Es ist wirtschaftlich und technisch eine große Herausforderung, aber am Ende werden sich 60 Prozent unserer gesamten Wohnfläche in den höchsten Energieeffizienzklassen A und A+ befinden“, erläutert Georg Maria Balsen.

Darüber hinaus will die Wohnungsgenossenschaft Viersen auch den Neubau wieder ankurbeln, sobald die Zins- und Inflationsentwicklung dies zulassen. „Wir haben bereits vor Jahren ein Grundstück an der Wörthstraße gekauft und planen hier über 20 seniorengerechte Wohnungen“, sagt Aufsichtsratsvorsitzende Regina Peters. Noch stehe nicht fest, wann das Projekt starten könne. Klar sei aber, so Lars Sluka: „Auch künftig wird die Wohnungsgenossenschaft Viersen die Wohnqualität in Viersen mitgestalten.“ (opm/paz)