Bitte melden statt selbst handeln: Asiatische Hornisse breitet sich aus

Mit den ersten warmen Tagen des Frühjahrs kehrt auch ein ungebetener Gast in viele Gärten zurück: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Die invasive Art breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Europa aus und sorgt sowohl bei Imkern als auch bei Naturschützern für Besorgnis.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Kreis Viersen/Krefeld – Die Asiatische Hornisse stellt vor allem für die heimische Tierwelt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Ihr bevorzugtes Beuteschema umfasst insbesondere Honigbienen, aber auch zahlreiche andere Insektenarten. Durch ihren hohen Nahrungsbedarf können ganze Bienenvölker geschwächt oder sogar zerstört werden. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Biodiversität, sondern auch auf die Landwirtschaft, da Bienen eine zentrale Rolle bei der Bestäubung spielen.

Entgegen eines weit verbreiteten Irrtums ist die Asiatische Hornisse nicht aggressiver gegenüber Menschen als heimische Arten wie die Europäische Hornisse (Vespa crabro) oder gewöhnliche Wespen. Dennoch gilt: Ein Stich ist schmerzhaft und kann insbesondere für Allergiker gefährlich werden. Vorsicht und Abstand sind daher stets geboten.

Im Frühjahr beginnen die Königinnen mit dem Bau kleiner Nester, häufig gut sichtbar an Dachüberständen, in Hecken oder an Gartenhäusern. Diese sogenannten Primärnester wachsen im Laufe der Saison erheblich und können später in größere, schwerer zugängliche Sekundärnester umziehen.

Experten raten dazu, diese frühen Nester möglichst zeitnah zu entfernen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

Was tun bei einem Nestfund?

Wichtig ist: Nicht selbst aktiv werden. Stattdessen sollten ausschließlich Nester – nicht einzelne Tiere – gemeldet werden. Dafür steht beispielsweise das Online-Portal des Imkervereins Viersen zur Verfügung. Idealerweise erfolgt die Meldung mit einem Foto, sodass Fachleute die Situation einschätzen können. Ehrenamtliche Imker übernehmen anschließend häufig die fachgerechte Entfernung. Alternativ können auch professionelle Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.

Besondere Vorsicht ist geboten, da die Asiatische Hornisse leicht mit der heimischen Europäischen Hornisse verwechselt werden kann. Letztere steht unter Naturschutz. Das eigenmächtige Töten der Tiere oder die Zerstörung ihrer Nester ist strafbar und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen, Bilder zur Bestimmung sowie Handlungsempfehlungen bietet der Imkerverein Viersen auf seiner Website. (cs)

Foto: Christel SAGNIEZ/Pixabay