Zwölf teilnehmende Bäckereien, 88 Brote, durchweg sehr gute und gute Noten: Die jüngste Brotprüfung der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss zeigte die hohe Qualität im Bäckerhandwerk der Region. Jetzt stehen die Ergebnisse fest.
Region – Daniel Milz weiß, worauf es bei Brot ankommt: Der Bäckermeister und Brotsommelier aus Mülheim prüfte im Auftrag des Deutschen Brotinstituts (DBI) die Produkte der Bäckermeister vom Niederrhein. Wie riecht es? Wie schmeckt es? Wie sieht es aus? Wie sind Kruste und Krume beschaffen? Milz teste jedes der insgesamt 88 anonym eingereichten Brote nach sieben Kriterien. Ergebnis: 66 Produkte waren sehr gut und zwölf gut.
Einmal im Jahr lässt die Niederrheinische Bäcker-Innung die Erzeugnisse ihrer Mitgliedsbetriebe öffentlich testen. Diesmal war die Prüfung eingebettet in die „Ballonfiesta“ in Krefeld. Erstmals wurde dabei das neue Bewertungssystem des Deutschen Brotinstituts angewendet. Bislang war jedes Produkt mit 100 Punkten gestartet. Dann wurden Fehler ermittelt und abgezogen. Das bedeutete aber, dass alle fehlerfreien Produkte dieselbe Höchstbewertung erhielten und eine besondere Qualität in einzelnen Merkmalen nicht dargestellt werden konnte, so das DBI.
Nun gilt ein Bonus-Prinzip: Jedes Brot startet bei null und sammelt Punkte durch eine entsprechende Qualität in den Kategorien Optik, Kruste, Krume, Textur, Verwendbarkeit, Geruch und Geschmack. Ein Sehr gut gibt es ab 80 Punkten, was der vollen Punktzahl nach dem alten System entspricht. Aber nun können besondere Qualitäten besondere Punkte erhalten und herausragende positive Eigenschaften kleinere Abweichungen ausgleichen. „Wenn ein Brot super schmeckt, ist dem Kunden ein kleiner Riss in der Kruste vermutlich egal. Deshalb ist das neue System ehrlicher und praxisbezogener“, sagt Rudolf Weißert, Obermeister der Niederrheinischen Bäcker-Innung.
Das beste Ergebnis der Brotprüfung erzielte ein Gourmet-Dinkelbrot mit 88 Punkten. Darüber hinaus waren beispielsweise Brote mit Blüten, Chili, Nüssen oder unterschiedlichen Gewürzen, Schwarzbrote, Zwirbelbrote sowie Brote mit gerösteten Mandeln oder Saaten für den intensiven Geschmack dabei. Obermeister Weißert zeigte sich zufrieden über die hohe Qualität der eingereichten Produkte: Jede der teilnehmenden Bäckereien erhielt mindestens einmal ein Sehr gut. Die Bedeutung der handwerklichen Bäckereien für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit gutem Brot würdigte auch Tönisvorsts Bürgermeister Uwe Leuchtenberg, der einige der erfolgreichen Innungsmitglieder jetzt im Rathaus empfing.
An der Brotprüfung nahmen teil: aus Krefeld Rudolf Weißert und die Vollkornbäckerei Wiefels, aus dem Kreis Viersen die Bäckereien Bölte, van Densen und Steeg’s Backhaus (alle Tönisvorst), Hoenen (Kempen-Tönisberg), Lehnen (Brüggen-Bracht), Grefrather Backstübchen (Grefrath), aus dem Rhein-Kreis Neuss die Fachbetriebe Puppe (Neuss), Esser (Kaarst), Hilgers (Meerbusch) und Spitz (Grevenbroich). Während der Aktion sammelte die Bäcker-Innung über 800 Euro für die Krefelder Ferienaktion „Spiel ohne Ranzen“: Innungsmitglieder backten rund 180 rustikale Mischbrote im Holzbackofen und gaben sie gegen eine Mindestspende ab. (opm)

Foto: Kreishandwerkerschaft




