Corona-Gipfel: „Ausweitung der Corona-Maßnahmen hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen“

IHK NRW-Präsident Ralf Stoffels warnt vor den Folgen für die Wirtschaft bei strengeren Corona-Regeln.

Wirtschaft – „Eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Wirtschaft. Das beginnt bei der Zurückhaltung der Konsumenten bis zu personellen Engpässen, die den Betrieben weiter Sorgen bereiten. Für viele Branchen hätte auch die Ausweitung der 2G+ Regelungen eine ähnliche Wirkung wie ein Shutdown mit erheblichen Umsatzeinbußen und Wettbewerbsverzerrungen.

Eine Verkürzung der Quarantänepflicht wäre aus Sicht der Wirtschaft zu begrüßen. Viele Bereiche sind in Wertschöpfungsketten eng miteinander verknüpft. Ein flächendeckender Ausfall von Beschäftigten, ob in der Produktion, Logistik oder im Verkauf, wirkt sich direkt aus. Fehlendes medizinisches Material oder leere Supermarktregale sollten nicht riskiert werden. Die Diskussion um die notwendige Dauer einer Isolation bzw. Quarantäne sollte jedoch sorgsam von den Gesundheitsexpertinnen und -experten geführt werden. Wenn es medizinisch verantwortbar ist, wäre die Verkürzung unter bestimmten Voraussetzungen ein wichtiges Element, um das Alltagsleben und die wirtschaftlichen Prozesse am Laufen zu halten.

Ein neuer Wettlauf um die besten Corona-Maßnahmen zwischen den Bundesländern ist ebenfalls wenig hilfreich. Zuletzt hat die Diskussion um „Bändchenlösung“ für Innenstädte oder Einkaufzentren zur Vereinfachung der 2G-Kontrollen einen Flickenteppich an Lösungen geschaffen und bei Kommunen und Händlergemeinschaften zu vielen Fragezeichen geführt. Die Verantwortung für weitere Maßnahmen darf deswegen nicht ausschließlich auf die Wirtschaft verlagert werden. Die Diskussion um eine – auch branchenspezifische – Impfpflicht sollte in der Politik entschieden und auch von dieser durchgesetzt werden.

Die Veranstaltungsbranche sowie die Gastronomie und der Handel sind schon jetzt besonders hart getroffen. Sie sind weiter auf Hilfen angewiesen. Leider greifen die Hilfen der Bundesregierung nicht bei allen Unternehmen. Hier sollte aus Sicht der Wirtschaft deutlich nachgesteuert und die Hürden gesenkt werden.

Für die Duale Ausbildung setzen wir weiter auf ein konzentriertes Handeln. Ganz konkret: Das verpflichtende Homeoffice-Angebot für Azubis sollte überdacht werden. Gerade für kleine, praktisch arbeitende Unternehmen ist dies kaum umsetzbar und führt dazu, dass die Ausbildung nicht erfolgen kann.

Zu befürchten ist, dass wir in diesem Winter noch eine „5. Welle“ erleben werden. Auf diese sollten wir uns schon heute vorbereiten und weiter an einheitlichen und praktikablen Corona-Regelungen arbeiten, damit frühzeitig auf die absehbaren Folgen reagiert werden kann.“

Zu Jahresbeginn 2022 sieht es in den besonders betroffenen Branchen unverändert kritisch aus. Die Gastronomie und weite Teile des Handels, die Tourismus- und Veranstaltungsbranche leiden unter Umsatzeinbußen, vielen insbesondere der kleinen Unternehmen stehen vor dem Aus. Das Weihnachtsgeschäft verlief vielerorts schlecht. Der zusätzliche Personal- und Zeitbedarf für Tests und Kontrollen bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen ist für viele Unternehmen betriebswirtschaftlich kaum zu stemmen. Den Unternehmen ist es nicht gelungen, das erforderliche Polster für das Jahr 2022 zu erwirtschaften. Dennoch gilt im Grundsatz weiter, dass aus Sicht der Unternehmen alles besser ist als ein flächendeckender Lockdown.

Ein flächendeckendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens hätte erhebliche Auswirkungen auf die NRW-Wirtschaft und auf den Ausbildungsmarkt im Besonderen. Die Unternehmen in NRW haben die 2G bzw. 3G-Regelungen weitgehend angenommen sowie ihre Test- und Impfangebote für die Mitarbeitenden hochgefahren. Viele Beschäftigten haben von sich aus ihren Aktivitäten und Kontakte wieder reduziert. (opm/ihk)

Foto: Shutter_Speed/Pixabay

Ein Kommentar

  1. Alle können reden was Sie wollen, Spürbare und negative Entwicklungen werden wir alle haben.
    Bloß der Arbeitnehmer bekommt nur höhere Preise, ob er wenig oder viel Geld hat, das ist eben so und wenn deswegen weniger Arbeiten kann, werden Festkosten nicht minimiert, sondern maximiert.
    Jeder kann erzählen was er möchte, es gibt nur eine Wahl, und die zählt für alle: Entweder es nimmt einer in der Hand und es hat die Gesellschaft es im Griff, oder wir verrecken langsam alle dran.
    Das hin und her ist Albernheit ohne Ziele.

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