Damenwahl beim Open-Air auf der Dülkener Melcherstiege

Mit „Mallorca meets Karneval 7.0“ bewiesen die Boisheimer Karnevalisten erneut, dass sie nicht einfach nur feiern. Wenn sie zur Dülkener Melcherstiege einladen, dann wird es garantiert ein unvergessliches Event mit einem Highlight nach dem anderen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken/Boisheim – Wenn die Karnevalisten aus Boisheim etwas planen, dann planen sie „big“. Ihre zweite Open-Air-Damensitzung „Mallorca meets Karneval 7.0“, toppte nicht nur die Erstauflage vor der Corona-Zeit. Die Party-Arena war zudem ein voller Erfolg und die begeisterten Damen schrien geradezu mit der dritten Auflage nach einer niederrheinischen Tradition.

Für die zahlreichen Damen, darunter übrigens ebenfalls Ortsbürgermeisterin und Dölker Möhne Simone Gartz, hatte sich die Ki Ka Kai a 1902 e.V. Boisheim eine ganze Menge einfallen lassen und das Programm war so bunt wie die Gesellschaft selbst oder die Hawaiiketten, die seit dem Eingang die weiblichen Gäste schmückten. Dazu eine kleine Flasche Sekt, einige kleine Pools und das Fundament für den Partyabend war gelegt. Dass Ki Ka Kai a-Präsident Marko Dillikrath und gemeinsam mit Andreas Küsters auch Moderator des Abends stolz „Ausverkauft“ verkünden konnte, setzte dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Noch bevor das eigentliche Bühnenprogramm startete, setzte sich bereits der Zug oder besser gesagt die erste Polonaise mit dem Mallorca-Hit „Der Zug hat keine Bremse“ in Bewegung. Beste Stimmung war also angesagt, als die „Ki Ka Kai a-Vierstadtmusiker“ dann endlich loslegen durften. Gegründet Ende letzten Jahres, hatte die Kapelle in den letzten Monaten fleißig geprobt und so hallte beim ersten offiziellen Auftritt kraftvoll „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“ der Bläck Fööss begleitet von Trompeten und Trommeln über den Dülkener Innenstadtpark.

Wenn auch nicht so Mallorca-erfahren, aber eine absolute Klasse für sich, bewiesen die vereinseigenen Gardisten der Ki Ka Kai a-Garde, dass sie das Zeug für die Bretter, die die Welt bedeuten im Herzen tragen, als Red Men Group“ – in roten Mönchskutten, der Farbe der jecken Boisheimer oder schicken Netzstrumpfhosen bis hin zum Diskussionshit „Layla“. Kreischende Fans hatten sie spätestens bei „I will follow him“, passend erinnernd an die Zeit der Sister Act-Filme.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Das Ziel, Dülken zum Beben zu bringen, war keine Herausforderung an diesem Abend, für den auch der Lobbericher Sänger Jürgen Peter angereist war. Sein bekannter Hit „Mary Jane“ fand Anklang, wurde aufgenommen von den Damen und mitgesungen, während die Hände in die Höhe schnellten und sich der Sänger dann zur Freude der Gäste auch direkt noch stimmliche Unterstützung als Chor im Publikum holte.

Stimmgewaltig ebenfalls die Geschwister Jenny und Jessy Uhing, stolzer Nachwuchs der Boisheimer Karnevalisten, am Mikrofon. Für Sarah Conners 2015 veröffentlichten Lyriksong „Das Leben ist schön“ muss man sich auf der Bühne zu behaupten wissen. Für beide Sängerinnen kein Problem, die „Ihr sucht die schönsten Kleider aus und kommt in den hellsten Farben, wie tausend Lichter in der Nacht“ in die feiernde Partymenge schweben ließen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Spaß, Klamauk und jecke Zeit dann mit Volker Diefes. Der in Krefeld geborene Schauspieler, Comedian, Kabarettist ist ein wahres Multitalent. Selbstironie, ausgefeilter Wortwitz packende Songs, eben eine echte Rampensau. Schließlich halt es in Dülken Mallorca und Karneval zu verbinden – das hat der ewige Klassenclown herzerfrischend auf jeden Fall geschafft. Mit Gerd und Dustin Waree und ihrer Puppenshow „Dolls Company“ wurde es nochmals energiegeladen auf der Bühne.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit ihrer Karnevalsshow „Et superjecke Dreigestirn“, bei der Gerd Waree alleine Bauer und Jungfrau in beeindruckender Weise darstellt, war auch mit langsam untergehender Sonne top Unterhaltung angesagt. Der Höhepunkt des kölschen, närrischen Puppentheaters wurde unterbrochen von einem weiteren Höhepunkt, nämlich Sänger Detlef Belk. „Mein Herz das wollte dieses, mein Kopf der wollte das. Wie oft ist man verblendet, weiss niemals wie es endet … Wunderbar, Wunderbar, dieser Traum mit uns wurde wahr denn wir gehör’n zusammen, wir geh’n bis ans Ende der Welt.“ Schunkeln war angesagt zum Hit der Räuber und die Damen folgten dem Aufruf gerne, während leuchtende Ballons des Unterstützers „Nette-Ballons“ glitzernde Sterne in die Menge zauberten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zugaberufe gab es reichlich, nicht nur beim zweiten Teil der Brüder Waree, die nicht nur in den Puppen, sondern auch am Mikrofon und beim Beatboxing eine gute Figur machen.

Die Perlen für die Krone auf dem Boisheimer Partyalarm setzten der „König von Lloret de Mar“, Don Francis, und die Schlagermafia. Der Partyveranstalter und Entertainer im weißen Bademantel ist längst fester Bestandteil der deutschen Discoszene. Seine Lloret de Mar Hymne erreicht die Partywütigen und auch in Dülken wusste er die Damen zu begeistern. Auf der Bühne stand er allerdings nicht alleine, auch Don Matze nutzte die Gelegenheit das Feeling zu genießen. Unter den jubelnden, weiblichen Gästen auch ein Junggesellinnenabschied. Braut „Eva“ hatte sicherlich an diesem Abend den besten Part und wurde von den Künstlern gerne in die Acts eingebaut.

Partygarant war auch die Schlagermafia, die seit 2005 als erste Schlager-Boygroup der Welt tourt. Die beiden eigentlich klassisch ausgebildeten Musiker, Joost Montännar und Torben Sälliwenn, hatten mal den Traum als Party Act möglichst viele Menschen unterschiedlichsten Alters gleichzeitig zum Feiern zu bringen. Diesen Traum erfüllen sie sich mittlerweile regelmäßig und so wurde auch die Dülkener Melcherstiege zur frenetisch tanzenden Feiermeile. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming