Ein bewegendes Treffen: Papst Leo XIV. empfängt die Organistin Montserrat Torrent Serra – begleitet von Giovanni Solinas.
Rom/Viersen-Dülken – Ein außergewöhnlich menschlicher und zugleich spirituell tiefgehender Moment ereignete sich vor wenigen Tagen im Vatikan: Papst Leo XIV. empfing den Kirchenmusiker der Pfarrei St. Cornelius und Peter Giovanni Solinas, der den Heiligen Vater bereits im vergangenen August am Ende seiner Fahrradpilgerreise von Dülken nach Rom getroffen hatte. Der Papst erkannte Solinas sofort wieder und begrüßte ihn mit spürbarer Herzlichkeit.

Solinas war dieses Mal in Begleitung der legendären katalanischen Organistin Montserrat Torrent Serra, die das beeindruckende Alter von 99 Jahren und 202 Tagen erreicht hat. Seit Jahrzehnten gilt die Musikerin als eine der großen Persönlichkeiten der sakralen Orgelmusik. Hinzu kommt eine besondere Verbindung nach Deutschland: Sie war bereits mehrfach in Viersen-Dülken zu Gast, zuletzt im Juni dieses Jahres in der Kirche St. Cornelius, wo sie vom Publikum mit großer Wärme und Begeisterung empfangen wurde.
Dass Torrent Serra überhaupt noch reist, ist bemerkenswert – doch was sie an diesem Tag geleistet hat, grenzt an ein Wunder der Energie: Mit über 99 Jahren in ein Flugzeug steigen, in Rom landen, den Papst treffen, ein Konzert geben und am nächsten Tag wieder zurückreisen – alles innerhalb von nur 24 Stunden.
Unfassbar. Kraft. Wille. Lebensfreude. Und eine künstlerische Präsenz, die bis heute ungebrochen ist.
Giovanni Solinas, ihr ehemaliger Schüler und bis heute eng mit ihr verbunden, begleitete die Maestra auf jedem Schritt dieser intensiven Reise.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe eines musikalischen Geschenks an den Heiligen Vater: Papst Leo XIV. erhielt eine Vorab-CD, aufgenommen in Barcelona von Montserrat Torrent Serra und Giovanni Solinas. Die Einspielung entstand an der Orgel der Kirche Sant Felip Neri von Barcelona, die eigens für die nahezu hundertjährige Künstlerin gebaut wurde und in Kürze offiziell veröffentlicht wird.
Nach der Übergabe des musikalischen Geschenks erklärte Solinas: „Für mich war es sehr wichtig, dass Papst Leo die große Montserrat Torrent persönlich kennenlernt – ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen.“
Der vatikanische Organist Gianluca Libertucci vertraute ihm dabei lächelnd an, dass Solinas derzeit offenbar der einzige Organist neben Montserrat sei, der den Papst getroffen und ein Foto mit ihm erhalten habe.
Solinas kommentiert dies jedoch augenzwinkernd:
„Das ist wohl eher ein Zufall als ein Verdienst – aber ein sehr schöner.“
Papst Leo XIV. begrüßte die Maestra mit sichtlicher Freude und richtete liebevolle Worte an sie.
Sein spontaner Ausruf – „Ohhh, tanti, tanti auguri!“ – bewegte alle Anwesenden und würdigte das außergewöhnliche Lebenswerk der Künstlerin. Zudem erteilte er ihr seinen Segen.
Nach der Audienz machten sich Solinas und Torrent Serra auf den Weg zur Päpstlichen Basilika Sankt Paul vor den Mauern, einem der majestätischsten und geschichtsträchtigsten Orte der Christenheit. Dort fand ein Orgelkonzert zu vier Händen statt, das zahlreiche Zuhörer anzog – unter ihnen viele römische Organisten sowie Studierende des PIMS – Päpstliches Institut für Kirchenmusik.
Auf dem Programm standen Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Die monumentale Architektur der Basilika und die seltene Gelegenheit, die fast hundertjährige Maestra gemeinsam mit Solinas live zu erleben, machten den Abend zu einem herausragenden kulturellen Ereignis.
Der lange Applaus des Publikums zeigte, wie sehr dieser besondere Moment geschätzt wurde – ein Tag, an dem Musik, Glaube und Geschichte auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmolzen. (opm)





