Das sind die Pläne für die neue Gesamtschule an der Breite Straße

Auf der Baustelle geht es derzeit erstmal um den Interimsbau. Doch auch die Pläne für ein dauerhaftes Schulgebäude haben inzwischen Gestalt angenommen.

Mönchengladbach – Gesamtschulplätze sind in Mönchengladbach seit Jahren überdurchschnittlich gefragt. Mit dem Start der neuen Gesamtschule an der Breite Straße zum kommenden Schuljahr reagiert die Stadt auf diese Entwicklung. Was als Interimsbetrieb in einem Modulgebäude beginnt, soll schnell zum dauerhaften Schulstandort ausgebaut werden. Die Planungen für das permanente Schulgebäude laufen bereits auf Hochtouren. Sie wurden nun von der Stadtspitze, dem Gebäudemanagement und dem beauftragten Architekturbüro vorgestellt.

Der neue Standort erhöht die Zahl der Gesamtschulen auf insgesamt sieben. Statt 30 wird es ab dem Sommer 34 Züge, also reguläre Klassen pro Jahrgang, geben – mit dem permanenten Neubau später sogar 36. Den Prognosen zufolge wird der Bedarf aber genauso steigen wie das Angebot. Bei der jüngst abgeschlossenen Anmelderunde für die weiterführenden Schulen bestätigte sich dieser Trend. Knapp 44 Prozent aller Schülerinnen und Schüler gaben als Erstwunsch eine Gesamtschule an. 142 Schülerinnen und Schüler wollten auf die neue Schule an der Breite Straße, obwohl diese sich noch in der Gründung befindet und die Bauarbeiten für das Interimsgebäude erst jetzt anlaufen.

„Die steigende Nachfrage nach Gesamtschulplätzen und das große Interesse an der neuen Schule an der Breite Straße zeigen, dass wir mit der Entscheidung für die siebte Gesamtschule den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs. „Gerade angesichts unserer Haushaltslage fordert dieser Schritt finanzielle Anstrengungen und Mut. Doch er lohnt sich, weil wir damit dem Willen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden, die Bildungslandschaft in Mönchengladbach stärken und so jungen Menschen helfen, ihren Weg zu gehen.“

Mit dem abgestuften Vorgehen (erst Interim, dann Massivbau) ermöglicht die Stadt den schnellstmöglichen Unterrichtsbeginn am neuen Standort. Für das städtische Gebäudemanagement (gmmg) ist das Projekt, bei dem zwei Bauvorhaben am selben Standort teilweise parallel zu handhaben sind, alles andere als alltäglich. „Wenn ich jetzt sehe, dass wir mit dem Baubeginn des Interimsgebäudes den gesetzten Zeitplan einhalten und auch bei den Planungen für den dauerhaften Schulstandort zügig vorankommen, bestätigt sich die Auswahl unserer abgestimmten Vorgehensweise. Das freut mich umso mehr, da durch die zielführende und engagierte Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Planern, Fachfirmen und unser Projektteam des Gebäudemanagements nun ein so ambitioniertes und modernes Schulprojekt planmäßig voranschreitet, das viele Menschen bereits in seiner Entstehungsphase schon zu einer Anmeldung überzeugt hat“, betont die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz.

Dafür, dass die neue Gesamtschule nicht nur zeitig ihren Betrieb aufnimmt, sondern als dauerhafter Schulstandort qualitativ zu überzeugen weiß, sorgte die Auftragsvergabe für die Generalplanung. In dem Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Planungswettbewerb traten verschiedene Planungsbüros mit ihren Entwürfen gegeneinander an. Durchsetzen konnte sich das Architekturbüro Auer Weber Assoziierte GmbH mit Sitz in München. „Der Entwurf berücksichtigt stadträumliche Gegebenheiten ebenso wie allgemeine räumliche Anforderungen an ein modernes Lernumfeld und das pädagogische Konzept der neuen Gesamtschule“, fasst Schwan-Schmitz zusammen.

Wie wichtig das Zusammenspiel von Architektur und Pädagogik ist, betont auch die Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Christiane Schüßler: „Wir denken Schule heute nicht mehr nur in Klassenräumen. Wir schaffen eine moderne Lernlandschaft mit offenen Bereichen, Differenzierungsräumen und Rückzugsorten, die unterschiedliche Formen des Lernens ermöglicht.“

Die Planungen sehen einen Baukörper mit einer aufgelockerten und abwechslungsreichen Gebäudestruktur vor. Der Schulbau gliedert sich in fünf Bauteile mit eigenen Innenhöfen sowie die Sporthalle. Über einen durchgehenden Verbindungsgang – die „Schulstraße“ – sind alle Bauteile aus dem Gebäudeinneren erschlossen. Die Sporthalle, die auch für den Vereinssport und Veranstaltungen außerhalb der Schulzeiten genutzt werden soll, erhält einen zusätzlichen Eingang. Da die einzelnen Bauteile unterschiedlich hoch sind (zwischen ein und vier Geschosse) und an der Gebäudefront zur Breite Straße vor- und zurückspringen, relativiert sich das Gesamtvolumen des

Den Haupteingang zur Schule bildet das mittige und mit vier Geschossen höchste Bauteil. Durch seine zurückversetzte Lage entsteht vor dem Haupteingang ein kleiner Vorplatz. Dieses „Herz der Schule“ beherbergt im Erdgeschoss schulweite Nutzungen wie Foyer, Forum und Speisesaal. Über eine offene Treppe gelangt man unter anderem zu den Bereichen für Verwaltung und Ganztagsbetreuung. Im Geschoss darüber sind beispielswiese Ateliers für Kunst und Textilgestaltung geplant, die sich rund um eine Kunstterrasse gruppieren.

Ein weiterer Kernbereich wird, links vom Vorplatz, das Selbstlernzentrum mitsamt der Bibliothek und den Räumen für Musik. Daneben schließt an der westlichen Grundstücksgrenze die Dreifach-Sporthalle die Bebauung ab. Oberhalb der Halle ist ein Dach-Spielfeld geplant. Die weiteren Gebäudeteile mit den Unterrichtsräumen sind als „Kleine Schule in der Schule“ konzipiert. Gegliedert werden sie durch feste Bausteine wie Lichthöfe, Stammklassen, flexible Differenzierungsräume, Team- und Nebenräume. Dazwischen ermöglichen Mehrzweckflächen eine flexible Nutzung.
An der östlichen Grundstücksgrenze entsteht ein öffentlicher Fußweg mit einem kleinen Nachbarschaftsplatz. Im rückwärtigen Grundstücksbereich befinden sich Pausenhof, Schulgarten, Sport- und Aktivitätsbereiche sowie eine Grünfläche, die als Retentionsbereich, Chillout-Wiese oder grünes Klassenzimmer dienen kann. Auch eine Tiefgarage gehört zum Gebäude. Alle Bereiche – inklusive Dachgärten und Dachspielfeld – sind über Aufzüge und stufenlose Übergänge barrierefrei erreichbar. Für eine gute Energiebilanz sorgt eine Erdwärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik und einem Eisspeicher.

Im Oktober 2024 hat sich der Rat der Stadt Mönchengladbach für den Bau einer siebten Gesamtschule auf einem ehemaligen Sportplatz am Standort Breite Straße ausgesprochen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 nimmt die neue Schule ihren Betrieb in einem Interims-Modulgebäude mit 1.800 m² Nutzfläche auf, das Platz für rund 240 Schülerinnen und Schülern bietet. Bis 2031 soll auf demselben Grundstück in zwei Bauabschnitten das dauerhafte Schulgebäude mit rund 13.000 m² Nutzfläche errichtet werden, das als sechszügige Gesamtschule Raum für 1.200 Schülerinnen und Schüler bieten wird. Für beide Gebäude (Interim + dauerhafter Schulstandort) werden rund 130 Millionen Euro investiert. Voraussetzung ist der finale Baubeschluss durch den Rat. (opm)

Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport Christiane Schüßler, Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz, gmmg-Betriebsleiter Raimund Eckers und Architekt Stephan Suxdorf vom Büro Auer Weber. Foto: Stadt Mönchengladbach