Das Viersener Tambour Corps 1925 startete in ein weiteres Jahrhundert voller musikalischer Leidenschaft

Wer am vergangenen Sonntagvormittag durch die Viersener Innenstadt ging, konnte sich dem Rhythmus kaum entziehen. Trommeln wirbelten, Pfeifen erklangen, Standarten flatterten im Wind – und mittendrin ein Bild, das es so nur selten gibt: das Viersener Tambour-Corps 1925 e.V. feierte seinen runden Geburtstag mit einem Fest, das Tradition, Gemeinschaft und Begeisterung in einem einzigen Klang vereinte.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Viersen – Schon früh hatten sich die Gäste am Kirchplatz von St. Joseph versammelt, als die ersten Uniformen in der Herbstsonne aufblitzten. Punktgenau setzte sich der lange Zug aus mehr als zwanzig Formationen in Bewegung. Musikzüge aus Hinsbeck, Kaldenkirchen, Mönchengladbach, Kleinenbroich, Haaren und Willich reihten sich ebenso ein wie zahlreiche Schützen- und Heimatbruderschaften aus Viersen und den umliegenden Orten. „Das ist Gänsehaut pur, so viele Freunde hier bei uns zu sehen“, sagte ein Teilnehmer, während der Klangteppich sich über die Straßen legte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Innenstadt selbst verwandelte sich in eine Bühne, auf der jeder Takt Widerhall fand. Kinder winkten begeistert den vorbeiziehenden Spielleuten zu, ältere Viersener summten leise vertraute Melodien mit. Als der Zug am Stadthaus ankam, wartete einer der feierlichsten Momente: der Große Zapfenstreich. Vor zahlreichen von Zuschauern erklangen die festlichen Weisen, getragen von Trommeln, Flöten und dem Schweigen der Zuhörer, die in dieser Stunde ehrfurchtsvoll innehielten.

Doch das Jubiläum beschränkte sich nicht auf den Straßenauftritt allein. Schon am Vormittag hatte das Corps zu einem Empfang für geladene Gäste eingeladen, bei dem Wegbegleiter, Förderer und langjährige Mitglieder auf die bewegte Geschichte zurückblickten – seit 1925 ein fester Bestandteil des Viersener Brauchtums, durch Kriegs- und Nachkriegsjahre getragen, stetig erneuert von Generation zu Generation. Am Nachmittag dann löste sich die strenge Formation auf, das Festzelt füllte sich, die Takte wurden leichter: ein musikalischer Frühschoppen mit DJ Chris brachte Schwung in die Feiergesellschaft. So blieb dieses Wochenende ein Kaleidoskop aus Klang, Uniformen und Begegnungen … und unsere Redaktion gratuliert nicht nur herzlich, wir danken, dass wir dabei sein durften. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Früh wenn die Sonn aufgeht,
stehen wir in Reih und Glied
und blasen dann das Wecken.
II: Wachet auf, Wachet auf,
ihr Schläfer weit und breit.
Wir sind zum Abmarsch schon bereit :II

So zieh’n wir Tagelang,
mit Trommel- Pfeifenklang,
ob Sonnenschein ob Regen.
II: Dann strahlet das Aug des Spielmanns frei und froh.
Hoch lebe das Viersener – Tambour – Corps :II

Hier gilt des Tambour’s Wort,
gleich wo an welchem Ort,
nach ihm rich’t sich das ganze.
II: Stehet auf, Stehet auf Kameraden es lebe hoch.
Hoch lebe der (die) ………..mit seinem (ihrem) Corps. :II

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming