Dem Schutz der wachsenden Stadt diente die Dülkener Stadtbefestigung

Die erhaltenen Teile der Dülkener Stadtmauer lassen einen guten Einblick darauf zu, wie es im Mittelalter in der florierenden Stadt ausgesehen hat. Noch heute ist sie vielerorts als Bodendenkmal erhalten, nicht nur an der Theodor-Frings-Allee und am Ostwall ist sie ebenfalls oberirdisch zu besichtigen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken/Sehenswürdigkeit Mauer, Graben, Wall und Türme, die Dülkener Stadtbefestigung war bestimmend für das Stadtbild der florierenden Stadt im Mittelalter, die 1364 erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet wird.

Doch es dauert noch, bis die Stadtmauer der wachsenden Siedlung nötig wird, die zu beiden Seiten des Nettegrabens entsteht. Ende des 14. Jahrhunderts, Anfang des 15. entsteht der Schutz, 1568 weisen Dokumente auf eine stattliche Stadtmauer mit zwölf Türmen hin.
Noch heute lassen sich überall in Dülken ihre Spuren verfolgen, wenn sie auch nicht überall sichtbar erhalten werden konnte. Zwischen Theodor-Frings-Allee und Westwall zeichnet sich im südlichen Bereich der Stadtumwehrung der alte Stadtgraben als Senke ab, ebenfalls Stadtmauer und Gefangenenturm wurden in diesem Gebiet restauriert, wobei der vorgelagerte Graben eine moderne Senke symbolisiert.

Wer den Spuren folgt, findet entlang des Ostwalls ein weiteres Teilstück der restaurierten Stadtmauer. Bis heute konnte in der Höhe des Grundstücks Ostgraben 66 ein Halbrundturm „Klosters gedeckter Turm“ erhalten werden. Meist jedoch werden heute die erhaltenen Reste des Walls von Straßen und Bebauung überlagert, so ist der nördliche Befestigungsabschnitt zum größten Teil überbaut worden – obwohl die Stadttore an der Süd- und Nordseite in ihren Fundamenten erhalten sind, wie Dokumente von Straßenbauarbeiten aus dem Jahr 1986 und Abrisspläne aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen. Ab 1831 waren die Befestigungsanlagen unnötig geworden, weshalb die Stadtmauer nach und nach verfiel und abgebrochen wurde. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel


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