Der Kempener Grenzsteinweg verbindet, was einst getrennt war

An einem lauen Sommertag bietet sich der Kempener Grenzsteinweg für eine ungewöhnliche Fahrradtour an. Dreizehn Stationen geben über fast vierzig Kilometer hinweg die Möglichkeit einen Blick auf die Geschichte eines nur selten in den Mittelpunkt gerückten Utensils zu werfen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kempen/Niederrhein – Eine Radtour vorbei an #Grenzsteinen, an jenen stummen Zeugen, die einst Grundstücke trennten, ist ein ungewöhnliches Thema. Die Steine mögen nicht massentauglich sein, doch sie haben zahlreiche Liebhaber gefunden, die auf dem Weg anzutreffen sind und gerne ein Gespräch über die Historie der Grenzsteine beginnen.
Entstanden ist die Idee aus einer Privatinitiative heraus, denn Vermessungsingenieur Ulrich Houben und seine Frau Christel haben bereits 1998 begonnen Grenzsteine in der Nähe ihrer ursprünglichen Standorte wieder aufzustellen. Beruflich kam Ulrich Houben immer wieder in den Kontakt mit den Zeugen der Vergangenheit, die heute immer weniger eine Bedeutung haben.

Foto: Rheinischer Spiegel

Durch ihr Engagement entstand die Idee eines Kempener Grenzsteinwegs, schnell waren andere Grundstückseigentümer gefunden, die ihre Steine zur Verfügung stellten. Einige Jahre jedoch sollte es noch dauern und erst 2007, passend zum Tag des offenen Denkmals, konnte die Fertigstellung des rund 40 Kilometer langen Radweges gefeiert werden. Rund 100 Steine wurden an 13 Stationen aufgestellt, die nun rund um Kempen zu besichtigen sind.

Die meisten Steine stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, der älteste konnte auf das 5. Jahrhundert vor Christus datiert werden. Wer genau hinschaut erkennt noch Wappen und Inschriften vergangener Zeiten an der Rundstrecke, die durchgehend beschildert ist. Der Startpunkt liegt beim städtischen Kramer-Museum an der Ecke Thomasstraße/Burgstraße mit Parkmöglichkeiten an der Burg bzw. am Bahnhof. Angelegt ist die Strecke allerdings zudem so, dass auch der Besuch von Teilstrecken problemlos möglich ist und an jeder beliebigen Stelle eingestiegen werden kann.

Foto: Rheinischer Spiegel

In den meisten Fällen stehen die Steine in der Nähe ihres ursprünglichen Standortes und damit auf privaten Flächen. Informationstafeln zeigen die Route und Informationen zu dem historischen Hintergrund der Grenzzeichen an.
Der Kempener Grenzsteinweg ist durch ein eigenes Logo gekennzeichnet. Es zeigt einen Wappenstein auf einer geschwungenen Grenzlinie in den Kempener Stadtfarben. (nb)

Stationen des Grenzsteinweges Kempen

Städtisches Kramer-Museum (0,0 km)
Rötgenhof (4,5 km)
Neersdommer Mühle (6,0 km)
Wachtendonk Schlick (9,0 km)
Haus Velde (11,0 km)
Neimeshof (13,0 km)
St. Hubert Marktplatz (15,5 km)
Dehmershof (17,0 km)
Baumschule Höfkes (20,0 km)
Haus Bockdorf (22,5 km)
Hauseshof (24,5 km)
Routenburg (29,0 km)
Klein Dyck (33,0 km)

Weitere Informationen bietet die Seite grenzsteine.de!

Foto: Rheinischer Spiegel