Am Niederrhein verändert sich der Umgang mit Geld spürbar. Wer heute ein Ticket für ein Stadtfest kauft, im Kino bezahlt oder einen Kaffee im Ausflugslokal trinkt, greift immer seltener zum Bargeld. Karten, Smartphones und Apps gehören längst zum Alltag vieler Menschen in Viersen und Umgebung.
Service – Diese Entwicklung endet nicht an der Kasse vor Ort. Auch im digitalen Freizeitbereich steigen die Erwartungen an flexible Zahlungsoptionen. Streaming-Abos, Online-Tickets oder Buchungen für Freizeitaktivitäten werden fast selbstverständlich bargeldlos abgewickelt. In diesem Umfeld tauchen zunehmend auch Nischenangebote auf, bei denen digitale Währungen eine Rolle spielen, etwa beim Glücksspiel mit Kryptos als Zahlungsmittel, das als spezielles Beispiel für neue Bezahlwege im Netz gilt. Solche Modelle bleiben zwar Randerscheinungen, zeigen aber, wie breit das Spektrum digitaler Zahlungen inzwischen ist.
Gleichzeitig wirft der Wandel Fragen auf. Wie verbreitet sind die einzelnen Bezahlarten wirklich? Und was bedeutet das für kleinere Freizeitbetriebe am Niederrhein, die zwischen Tradition und Digitalisierung stehen?

Bargeldlos im lokalen Alltag
Im Alltag vieler Menschen hat sich das Bezahlen schleichend verändert. Besonders bei Freizeitaktivitäten zählt Geschwindigkeit: Niemand möchte an der Theke warten, während nach Münzen gesucht wird. Kartenzahlung und kontaktlose Verfahren passen besser zu diesem Bedürfnis nach Komfort.
Dass Bargeld an Bedeutung verliert, belegen auch aktuelle Zahlen. Eine Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass bei letzten Einkäufen erstmals Kartenzahlungen mit 47 Prozent häufiger genutzt wurden als Bargeld mit 41 Prozent, wie aus einer Veröffentlichung der Initiative Deutsche Zahlungssysteme hervorgeht. Dieser Trend macht sich auch in Freizeitbereichen bemerkbar, etwa bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie.
Für viele Betriebe ist das ein Anstoß, ihre Kassen umzustellen. Moderne Terminals sind heute günstiger und einfacher zu bedienen als noch vor wenigen Jahren. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, digitale Zahlungen anzubieten, selbst für kleinere Anbieter.
Digitale Bezahlarten im Vergleich
Nicht jede digitale Zahlung funktioniert gleich. Neben der klassischen EC- oder Debitkarte gewinnen mobile Lösungen an Bedeutung. Bezahlt wird dann direkt per Smartphone oder Smartwatch, oft mit nur einer kurzen Bewegung.
Wie stark dieser Bereich wächst, zeigt eine Studie der Deutschen Bundesbank. Demnach hat sich der Anteil mobiler Bezahlvorgänge seit 2021 verdreifacht und lag 2023 bei rund 6 Prozent aller Transaktionen, wie die Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten darlegt. Gerade jüngere Menschen nutzen diese Form des Bezahlens besonders häufig.
Am Niederrhein zeigt sich dabei ein Stadt-Land-Gefälle. In urbaneren Bereichen mit hoher Dichte an Freizeitangeboten ist die Akzeptanz mobiler Zahlungen höher. In kleineren Orten wächst sie langsamer, aber stetig.
Freizeitangebote im Netz
Ein großer Teil moderner Freizeit findet heute online statt. Tickets werden digital gekauft, Museumsbesuche vorab gebucht, Abos per Klick abgeschlossen. Hier ist Bargeld praktisch ausgeschlossen, digitale Bezahlformen sind Standard.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das vor allem Bequemlichkeit. Einmal hinterlegte Zahlungsdaten sparen Zeit und ermöglichen spontane Entscheidungen. Gleichzeitig erweitern Anbieter ihr Angebot, um möglichst viele Zahlungsarten abzudecken.
Dabei bleibt der lokale Bezug wichtig. Auch wenn der Kauf online erfolgt, geht es oft um regionale Veranstaltungen oder Angebote am Niederrhein. Digitale Zahlung ist damit kein Gegensatz zur regionalen Freizeitkultur, sondern zunehmend ihre Voraussetzung.
Was Verbraucher jetzt beachten sollten
Mit der wachsenden Auswahl an Zahlungsarten steigt auch die Verantwortung der Nutzer. Datenschutz, Kosten und Transparenz spielen eine größere Rolle als früher. Nicht jede App oder jedes Verfahren ist gleich sicher oder übersichtlich.
Es lohnt sich, einen bewussten Umgang zu pflegen. Wer mehrere digitale Zahlungsmittel nutzt, sollte regelmäßig prüfen, welche Daten gespeichert sind und welche Gebühren anfallen. Gerade im Freizeitbereich, wo Ausgaben schnell nebenbei entstehen, hilft das, den Überblick zu behalten.
Unterm Strich zeigt sich: Der Abschied vom Bargeld verläuft am Niederrhein leise, aber konsequent. Digitale Zahlungsformen sind kein kurzfristiger Trend, sondern prägen bereits jetzt, wie Freizeit erlebt und organisiert wird. Für viele Menschen ist das vor allem eines – praktisch. (opm)




