Die Zahl der Feldhasen nimmt weiterhin stark ab

In den vergangen zehn Jahren ist der Bestand der Feldhasen in Deutschland weiter dramatisch zurückgegangen. Darauf weist Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland hin.

Natur & Umwelt – „Ein starkes Indiz dafür sind die jährlich im Rahmen der Jagd getöteten Tiere, die auch das sogenannte Fallwild, also z.B. Verkehrsopfer, beinhalten. So wurden 2011 noch 367.000 Tiere gezählt, während es 2021 nur noch 145.000 waren. Von der Jägerschaft verbreitete Zahlen, die einen angeblich positiven Entwicklungstrend wiedergeben, sind irreführend und dienen wohl allein dazu, die Öffentlichkeit zu täuschen.“

Allein in NRW ist die Hasenstrecke in den letzten zehn Jahren um etwa 77 Prozent von einst 127.000 auf 29.000 zurückgegangen, in Niedersachsen um 68 Prozent von 88.000 auf 28.000. Und das ist keineswegs auf eine jagdliche Zurückhaltung, sondern vielmehr auf die Zerstörung von Lebensräumen und Nahrungsgrundlagen durch Landwirtschaft und Versiegelung zurückzuführen.

Bundesweit gilt der Feldhase gem. der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Tierarten als im Bestand gefährdet. Die Jagdverbände betonen zwar unermüdlich, dass sie den Feldhasen, dort wo er ihnen gefährdet erscheint, jagdlich schonen. Tatsache ist aber, dass nach wie vor weit über 100.000 dieser Tiere – und das sind dann die, die sich reproduzieren könnten – erschossen werden.

Wir halten die Ergebnisse der seitens des Deutschen Jagdverbands veröffentlichen Daten zu bundesweiten Hasenzählungen – insbesondere, da sie unzulässigerweise auf ganze Landstriche hochgerechnet werden – für nicht seriös, und zwar aus folgenden Gründen:

  • An der Zählung nehmen ausschließlich Jäger oder Jagdpächter teil, in deren Revieren Feldhasen vorkommen. Jagdrevierinhaber ohne oder ohne bedeutende Feldhasenvorkommen werden mehrheitlich nicht an der Taxation teilnehmen. Die Bestandszahlen pro 100 ha Fläche reflektieren demnach die Zahl der Hasen in den „besseren“ Hasenrevieren und können schon alleine deshalb nicht auf die gesamte Fläche, die als Lebensraum für Hasen in Frage kommt, hochgerechnet werden. Sie sind nicht repräsentativ. Auch deshalb nicht, weil nur etwas mehr als zwei Prozent der Jagdbezirke überhaupt an der Taxation teilnehmen.
  • In Jagdrevieren, in denen gezählt wird, wird vornehmlich dort gezählt, wo auch Ergebnisse zu erwarten sind. Es gibt sehr viele Reviere, in denen auf der einen Seite der Feldhase vorkommt, auf der anderen aber überhaupt nicht.

Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem gegen tierquälerische Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren. (opm)

Foto: WFranz/Pixabay

Ein Kommentar

  1. Wer all diese Story glaubt, glaubt auch noch an den Klapperstorch. Seit die konventionelle Landwirtschaft mit der neusten Technik die Böden bearbeitet, und auch Erntet, haben die Tiere keine Chance mehr, und werden von den Maschinen zerfetzt und getötet. Dan wird alles gespritzt was es nur gibt. Was heute eine neue Spritzmaschine kostet, und welche Größe sie hat, ist enorm und Gewaltig. Schnüffeln also Unkraut entfernen braucht man nicht, das machen die Bio Spritzmittel. Das heißt für wilde Tiere ist kein Futter da! Und was am Rand schon mal kommt, kann ein Tier gesundheitlich schädigen oder sogar töten. Immer mehr sterben Tierarten aus. Unsere Bienen werden immer weniger. Eins ist Gewiss, wenn Fauna und Flora extrem weniger wird, und unser Trinkwasser durch die Überdüngung der Landwirte weiter zunimmt, so wird es nicht mehr lange dauern, das der Mensch nicht mehr auf den Verseuchten Boden Leben kann. Ohne Wasser und Sonne werden alle Leben erloschen.

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