Es war einmal: Die Entstehung des Bismarckturms

Bei einem Spaziergang über den Hohen Busch lockt nicht nur bei sommerlichem Wetter ein Abstecher zum Bismarckturm auf der Wilhelmshöhe. Rund um den Bereich hat sich durch die engagierte Arbeit des Verschönerungsverein zu Viersen e.V. im vergangenen Jahr viel getan – neue Sitzgelegenheiten sowie Tische wurden aufgestellt und Baumneupflanzungen entlang der Peter-Stern-Allee sind geplant. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen/Sehenswürdigkeiten Der Bereich um den Bismarckturm war zu seiner Erbauung eher ein Park als ein Wald und mit der Besteigung eröffnete sich ein weiter Blick auf die Niers-Niederungen. Diese Aussicht ist heute durch hoch gewachsene Bäume versperrt. Patriotisch eingestellte Viersener Bürger regten auf einer Kaisergeburtstagsfeier im Jahr 1899 den Bau an. Sie gründeten einen Ausschuss und verfassten einen Spendenaufruf, dem unter anderem auch der damalige Bürgermeister Peter Stern folgte.
Die Bausumme von ca. 36.000 Mark spendeten 104 Bürger, bereits 1900 begannen vorbereitende Arbeiten. 317 Pläne trafen in Viersen nach einem Aufruf um Vorschläge ein. Nach einem von der „Deutschen Studentenschaft“ und von dem Dresdner Architekten Wilhelm Kreis geschaffenen preisgekrönten Entwurf „Götterdämmerung“ wurden damals zahlreiche Bismarcktürme errichtet. In Viersen wurde eine eher schlankere Form ausgewählt, die auf der Spitze eine Feuerschale besaß.

Peter-Stern-Allee – Foto: Privatarchiv Josten

Bereits im Juni 1901 wurde der Turm, der auch als Bismarcksäule bekannt ist, fertig gestellt. Der Turm hat eine Höhe von 18,22 Metern. Die erste Befeuerung fand am Abend der Einweihung statt. In dem Unterbau führen zwölf darin eingearbeitete Stufen zur eisernen Eingangstür.
Auf den Ecken des Sockels befinden sich vier Säulen mit einem Durchmesser von 1,80 m. Diese sind mit der Mauer so verbunden, dass dreiviertel ihrer Rundungen von außen sichtbar sind. Josef Kleesattel, der Düsseldorfer Architekt entwarf die Tür an der Westseite mit einem farbigen Bismarck-Wappen, sowie dem Bismarck-Leitspruch „In trinitate robur“ („In der Dreieinigkeit liegt die Kraft“).
Arnold Künne, der Bildhauer aus Berlin schuf für die Ostseite ein Bronzerelief. Eine steile Eisentreppe führt im Innern des Turmes mit 60 Stufen zur Aussichtsplattform.

Heute kann der Turm nicht mehr bestiegen werden. Treppenaufgang und Ausstieg auf die Plattform entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen. Nach mehreren Einbrüchen, bei denen die Türangeln zerschnitten wurden, wurde die Metalltüre als Sicherheitsmaßnahme zudem zugeschweißt. Noch ist offen, ob und wann eine Besteigung wieder möglich ist. Der in 2019 neu gewählte Vorstand des Verschönerungsvereins zu Viersen e. V. hat als langfristiges Ziel die Sanierung des Bismarckturms auf seine To-do-Liste gesetzt um dessen öffentliche Zugänglichkeit wieder zu ermöglichen. (nb)

Einweihung des Bismarkturms – Foto: Privatarchiv Josten

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