Faktencheck: Die Legende vom cholesterinarmen, grünen Hühnerei

Immer wieder wird von grünen Hühnereiern berichtet, die einen niedrigeren Cholesterinwert aufweisen würden. Aktuellen Studien zufolge handelt es sich jedoch um ein Gerücht, denn im Gegenteil zu weißen oder braunen Eiern enthalten grüne Eier durch den größeren Dotter vergleichsweise sogar mehr Cholesterin.

Faktenfinder – Hartnäckig hält sich die Behauptung grüne Hühnereier wären cholesterinarm, sogar cholesterinfrei. Ob die grüne Farbe der Eier auf Bio und damit einen gesünderen Inhalt schließen lässt, darüber lässt sich trefflich streiten – doch eines ist sicher und bewiesen: Weniger Cholesterin als andere Eier enthalten sie nicht.

Die Eier der bekannten Hühnerrasse Araucana kann dabei auf einen besonders großen Dotter verweisen, sind jedoch auch etwas kleiner als die weißen oder braunen Eier. Die Bayerische Landesanstalt für Tierzucht in Grub ging dem sich haltenden Gerücht der grünen Eier auf den Grund und verglich die Eier mit einem gleich großen 60-Gramm-Ei. Das Ergebnis: Die grünen Eier enthalten sogar vergleichsweise mehr Cholesterin durch den größeren Anteil am Dotter im Ei. Bis zu 237 Milligramm, verglichen mit maximal 206 Milligramm in weißen und 198 Milligramm Cholesterin in braunen Eiern, weisen die grünen Eier auf. Die Schale dient lediglich als Verpackung, die grüne Farbe lässt keinen Schluss auf einen gesünderen Inhalt zu.

Foto: Myriams-Fotos

Allerdings in der Stabilität unterscheiden sie sich von den weißen Eiern. Nicht das grüne Ei zeigt hierbei allerdings Vorteile auf, denn auch braune Eier sind beim Transport stabiler als weiße Eier. Durch das fehlende Einlagern der Farbpigmente sind die weißen Eier einfach im Nachteil und so wurde das Gerücht von den instabilen grünen Eiern durch die Forschung relativ schnell aus der Welt geschafft – nur rumgesprochen hat es sich noch nicht.

Doch wann legen Hühner eigentlich weiße, grüne oder braune Eier? Tatsächlich ist es nicht so, dass weiße Hühner weiße Eier legen, denn für die Farbe der Eier sind die Gene verantwortlich. Um die Farbe der Eier kümmert sich die Schalendrüse im Legedarm der Henne. Hier werden die Farbpigmente eingelagert, die als Abbauprodukt aus Blut oder Galle anfallen. Werden diese zusammengefügt, legt die Henne ein braunes Ei, fehlt der Henne das verantwortliche Gen für die Farbbildung legt es weiße Eier. Während bei braunen Eiern legenden Hennen der Abbau der Produkte bis zum Ende stattfindet, endet er bei Hühnern mit grünen Eiern bereits zu Beginn – ein grünlicher Farbstoff lagert sich ein und überträgt sich auf das Ei. Und natürlich gibt es einen Trick bereits im Voraus die Eierfarbe bestimmen zu können. Nein, Hellseher muss der Züchter dazu nicht sein und obwohl die Voraussage nicht immer stimmt, sie trifft häufig zu. Denn sind die Ohrscheiben der Henne rot legt sie braune Eier, sind sie weiß legt sie weiße Eier. Ebenfalls bei Hühnern mit grünen Eiern sind die Ohrscheiben rot, grün werden die Eier durch einen grünen Hahn. Das grüne Farbgen schlägt während der Entwicklungsstufe das braune Farbgen und so ist es nicht relevant, welche Farbe an Eiern das Huhn selbst legt – auf den Hahn kommt es in diesem Fall an. (nb)