20 Jahre Books at Berlinale: Welcher Roman schafft es auf die große Leinwand?

Seit 20 Jahren werden im Rahmen des Berlinale Co-Production Market bei Books at Berlinale ausgewählte Bestseller und vielversprechende Neuerscheinungen mit hohem Leinwandpotenzial präsentiert.

Kunst & Kultur – Books at Berlinale wurde 2006 als Kooperation zwischen der Frankfurter Buchmesse und dem Co-Production Market ins Leben gerufen, und war damit der erste Rechtemarkt eines A-Filmfestivals, um Produzent*innen und Literaturrechteinhaber*innen über die Pitch-Veranstaltung hinaus zusammen zu bringen.

Aus fast 100 Einreichungen wurden für die 21. Ausgabe von Books at Berlinale zehn Bücher ausgewählt, die am 16. Februar 2026 in einer von der Autorin Syd Atlas moderierten Pitch-Veranstaltung beim Berlinale Co-Production Market präsentiert werden.

Die Autor*innen der ausgewählten Bücher stammen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Israel, Mauritius, Mexiko, Taiwan, Tschechien (dem diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse) und der Türkei.

Gesellschaftliche und historisch-politische Themen sind diesmal stark vertreten. So beschäftigen sich drei der ausgewählten Stoffe mit Frauenfiguren im 20. und 21. Jahrhundert. „Night at the Heart“ von Nathacha Appanah verwebt kraftvoll die Geschichte dreier Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, während die Autorin Guadalupe Nettel ihre drei weiblichen Hauptfiguren das Thema Mutterschaft in einer tiefgründigen Erzählung über Leben und Verlust exerzieren lässt. „Dependency“ porträtiert Tove Ditlevsens Blick auf Sucht, Beziehungen und das Streben nach Selbstbestimmung.

Bereits in über 30 Sprachen übersetzt ist Solvej Balles „On the Calculation of Volume“, ein preisgekrönter Roman, der sich mit der Wahrnehmung von Zeit, Raum und Identität auseinandersetzt: Die Protagonistin wacht jeden Morgen am 18. November auf, was existenzielle Fragen aufwirft.

Die beiden historischen Bücher stammen aus Deutschland und Tschechien. „Oberammergau“ von Drehbuchautor Robert Löhr zeichnet auf humorvolle Art die Entstehung des berühmtesten Passionsspiels im 17. Jahrhundert nach. Der Bestseller „A Slight Loss of Loneliness“ von Eli Beneš begleitet den Auschwitz-Überlebenden Peter Stein in einer poetischen Erzählung über Einsamkeit, Freundschaft, Überleben und dem tiefen Wunsch nach Liebe. Tomer Gardis fünf verwobene Geschichten von Lieferant*innen in „To Deliver“ bieten ein eindringliches Porträt unserer globalisierten Welt mit großem Leinwandpotenzial.

Zwei Coming-of-Age-Stoffe illustrieren die Kraft des Geschichtenerzählens — ob auf Papier oder Leinwand: „Girl in an Odd City“ aus Taiwan und „Yuan Huan’s Phone Booth” aus der Türkei. Die Satire „The Gift“ von Gaea Schoeters beleuchtet mit humorvollem Blick — und dem Bild von 20.000 Elefanten in der Großstadt — aktuelle politische Themen von Klimakatastrophe über Kolonialgeschichte bis zum Umgang mit Geflüchteten in Europa.

Die sind die Titel, die für Books at Berlinale 2026 ausgewählt worden sind (englischer Titel / Originaltitel; in alphabetischer Reihenfolge der präsentierenden Firmen):

– „On the Calculation of Volume“ / „Om udregning af rumfang“ (Autorin: Solvej Balle, Dänemark), Copenhagen Literary Agency, Dänemark

– „Night at the Heart” / „La nuit au coeur“ (Autorin: Nathacha Appanah, Mauritius/Frankreich), Gallimard, Frankreich

– „Oberammergau“ (Autor: Robert Löhr, Deutschland), Graf & Graf Literatur- und Medienagentur, Deutschland

– „Dependency“ / „Gift“ (Autorin: Tove Ditlevsen, Dänemark), Gyldendal Group Agency, Dänemark

– „Still Born“ / „La hija única“ (Autorin: Guadalupe Nettel, Mexiko), Indent Literary Agency, USA

– „To Deliver“ / „Liefern“ (Autor: Tomer Gardi, Israel), Klett-Cotta Verlag, Deutschland

– „A Slight Loss of Loneliness” / „Nepatrná ztráta osamělosti” (Autor: Eli Beneš, Tschechien), Prague Literary Agency, Tschechien

– „Girl in an Odd City” / „Kuai chen shao nu“ (Autorin: Kiki Liu, Taiwan), Sense Creative Management Ltd., Taiwan

– „Yuan Huan’s Phone Booth” / „Yuan Huan’ın Kulübesi“ (Autorin: Miyase Sertbarut, Türkei), Silva Literary Agency, Türkei

– „The Gift“ / „Het geschenk“ (Autorin: Gaea Schoeters, Belgien), Singel Uitgeverijen, Niederlande

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Berlinale Co-Production Market. (opm)