Streik an Halloween: Rund 140 Beschäftigte legen am 31. Oktober die Arbeit nieder.
Mönchengladbach – Nach dem erfolgreichen Auftakt in Bremen setzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Warnstreikwelle bei Coca-Cola fort. Ab Donnerstagabend bleiben in Mönchengladbach die Produktionslinien und LKWs stehen: Rund 140 Beschäftigte folgen dem Aufruf der NGG zu einem 24-stündigen Warnstreik über Halloween.
„Für die Beschäftigten bei Coca-Cola ist dieser Streik kein Gruselfest – sondern bitterer Ernst“, sagt Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der NGG-Region Krefeld-Neuss. „Coca-Cola hat in den letzten Jahren massiv Personal abgebaut, während die Kolleginnen und Kollegen immer mehr leisten müssen. Wer dann noch mit mageren 1,5 Prozent im Jahr 2026 kommt, der sorgt nicht für Süßes, sondern für Saures.“
Die NGG fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ab dem 1. September 2025:
• eine Vorweganhebung um 150 Euro auf alle Entgelte,
• zusätzlich 5 Prozent mehr Lohn,
• sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 120 Euro in allen Ausbildungsjahren.
„Dass Coca-Cola für 2025 gar keine Lohnerhöhung vorsieht, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, so Korte-Grimberg weiter. „Auch wenn es in der Vergangenheit Lohnerhöhungen gab: Die Einkommen halten mit den gestiegenen Preisen längst nicht mehr Schritt. Während der Konzern Milliardengewinne schreibt, sollen die Menschen, die die Produkte tagtäglich herstellen, auf echte Wertschätzung verzichten. Das ist nicht nur unfair, sondern zynisch.“
Besonders empörend findet Korte-Grimberg das Verhalten gegenüber den Auszubildenden:
„Den jungen Menschen gar nichts anzubieten – 0 Euro mehr –, zeigt, wie wenig Wertschätzung Coca-Cola seiner eigenen Zukunft entgegenbringt. In Zeiten, in denen überall über Fachkräftemangel gesprochen wird, ist das nicht nur kurzsichtig, sondern beschämend.“ Die NGG bewertet das Verhalten des Konzerns als ein fatales Signal: Statt Verantwortung zu zeigen, verspielt Coca-Cola das Vertrauen der Belegschaft – besonders derer, die gerade erst anfangen, Verantwortung zu übernehmen.
„Wer den Nachwuchs im eigenen Haus so behandelt, hat den Sinn von sozialer Verantwortung nicht verstanden. Die Geduld der Beschäftigten ist vorbei – jetzt ist die Zeit für Respekt, Gerechtigkeit und ein faires Angebot.“
Die zweite Verhandlungsrunde beginnt am 10. November in Hamburg. (opm)




