Mit einem Konzert, das weit über eine musikalische Einstimmung auf die Adventszeit hinausging, haben die Kliniken Maria Hilf und das Salonorchester „Die Ohrwürmchen“ am ersten Adventssonntag zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das festlich geschmückte Forum gelockt.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler
Mönchengladbach – Am vergangenen Sonntag öffneten sich dort die Türen für das alljährliche Adventskonzert, das inzwischen zu einem festen kulturellen Bestandteil im Kalender des Hauses geworden ist. Rund anderthalb Stunden lang durfte das Publikum ein Programm erleben, das sowohl musikalisch anspruchsvoll als auch warmherzig gestaltet war.

Geleitet wurde das Ensemble in diesem Jahr von Peter Fett, da der langjährige Dirigent und Orchesterleiter, Frans Hamelers, krankheitsbedingt ausfiel (Die Redaktion wünscht baldige Genesung). Unter den Stücken fanden sich Franz Lehars emotionsgeladenes „Wolgalied“, Schuberts klangvolles „Ave Maria“ sowie Johann Strauß’ eleganter „Kaiser-Walzer“, allesamt mit spürbarer Sorgfalt einstudiert und von den Musikerinnen und Musikern eindrucksvoll umgesetzt.
Eine besondere Premiere erlebte das Publikum mit dem Auftritt von Bassbariton Jorge Escobar, der erstmals gemeinsam mit den „Ohrwürmchen“ musizierte. Seine Stimme verlieh dem Programm eine zusätzliche Tiefe und klangliche Fülle, die im Saal für sichtliche Begeisterung sorgte. Neben ihm glänzte die Flötistin Ina Müssen, die mit ihrer detailverliebten Interpretation und ihrer spürbaren Nähe zu Mozart das Publikum mühelos in ihren Bann zog. Seit Jahren gehört sie zu den prägenden Klangfarben des Orchesters und war auch dieses Mal ein zentraler Bestandteil der Darbietungen.

Einen weiteren Akzent setzte Cellist Armin Kaumanns, der nicht nur seit zwei Jahren das Orchester musikalisch verstärkt, sondern in diesem Jahr erstmals auch als Moderator durch den Nachmittag führte. Mit ruhiger Stimme, feinem Humor und kenntnisreichen Erläuterungen gab er Einblicke in die Hintergründe der einzelnen Musikstücke und begleitete die Besucherinnen und Besucher damit stilvoll durch das vielfältig gestaltete Programm. Zwischen den musikalischen Blöcken nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich im Foyer mit Kaffee und Kuchen zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen – eine Tradition, die das Konzert zusätzlich zu einem verbindenden Erlebnis macht.
Zum Abschluss erklang das traditionelle „Weihnachtspotpourri“, das Jahr für Jahr den attraktiven Höhepunkt bildet. Wie üblich waren die Anwesenden eingeladen, bekannte Melodien mitzusingen, was die festliche Atmosphäre im Saal noch einmal deutlich verstärkte. Viele Besucher stimmten begeistert ein, manche leise, andere kräftiger – der gemeinsame Gesang fügte sich harmonisch in den Gesamtklang ein und rundete den Nachmittag auf besonders persönliche Weise ab.
Dass die „Ohrwürmchen“ in der Region seit Langem ein besonderes Publikum erreicht, erklärt sich nicht zuletzt aus ihrem ungewöhnlich breiten Spektrum. Ihr Repertoire reicht von Kaffeehaus- und Salonmusik der Jahrhundertwende über Walzer und Tangos bis hin zu berühmten Operettenmelodien. Die Altersspanne der aktiven Mitglieder – zwischen 20 und 80 Jahren – ist ein weiterer Beleg für den verbindenden Charakter dieser Musik. Das Ensemble wurde 1987 ursprünglich als Volkshochschulorchester gegründet und entwickelte sich später zu einem eigenständigen, gemeinnützigen Verein. Seither engagieren sich alle Musikerinnen und Musiker ehrenamtlich und mit sichtbarer Freude für ihren Verein und die gemeinsamen Auftritte. (sk)





