Laternenlieder aus der Irmgardisstadt Süchteln

„Ich geh mit meiner Laterne“ oder „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ sind nur zwei der Martinslieder, die sich im Laufe der Zeit zu den berühmtesten entwickelt haben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale Lieder, zwei von ihnen verbinden das heilige Fest beispielsweise mit der Irmgardisstadt Süchteln.

Viersen-Süchteln – Rund um den 11. November ziehen klassischerweise die Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen. In diesem Jahr ist alles jedoch ein wenig anders und für den eigenen kleinen Umzug zu Hause haben wir zwei besondere Laternenlieder herausgesucht.

Sankt Martin kommt

In der Irmgardisstadt da weht der Wind so kalt,
er weht vom Berg herab, vom hohen Wald.
Das ist Novemberwind, den kennt ein jedes Kind,
ein jeder weiß Bescheid, es ist soweit:
Sankt Martin kommt, Sankt Martin kommt!
Wir lassen unser Lied erschallen,
wir heben unsre Fackel, dass sie schwebt,
wir tragen unsre Fackel, dass sie leuchtet auf und ab
durch alle Straßen in der Stadt,
durch alle Straßen in der Stadt.

Über der Irmgardisstadt da weht ein guter Wind,
er weht so hoch herab, ein Sternlein blinkt.
Sankt Martin steigt zu Pferd, den jedes Kindlein ehrt,
er reitet froh voran für alle Mann.
Sankt Martin hoch, Sankt Martin hoch!
Wir lassen unser Lied erschallen,
wir heben unsre Fackel, dass sie schwebt,
wir tragen unsre Fackel, dass sie leuchtet auf und ab
durch alle Straßen in der Stadt,
durch alle Straßen in der Stadt.

In meiner Heimatstadt da sing ich froh und hell,
wenn’s Martinsfeuer brennt, bin ich zur Stell’.
Der Reiter lächelt mild, sein Pferd ist gar nicht wild,
mit Mantel und mit Schwert er uns beschert.
Sankt Martin hoch, Sankt Martin hoch!
Wir lassen unser Lied erschallen,
wir heben unsre Fackel, dass sie schwebt,
wir tragen unsre Fackel, dass sie leuchtet auf und ab
durch alle Straßen in der Stadt,
durch alle Straßen in der Stadt.
(Fritz Giese)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

St. Irmgard
Melodie: Ueb‘ immer Treu und Redlichkeit

St. Irmgard lebt’ als Jungfrau rein
Auf Süchteln’s stiller Flur,
Dem lieben Gott wollt’ sie sich weih’n,
Den Armen dienen nur.

Ihr Vorbild war ein Reitersmann,
Der einst durch gute Tat
Des Heilands Liebe sich gewann:
St. Martin, der Soldat.

Mit einem Bettler, denn es fror,
Teilt seinen Mantel er.
Darob der Heiland ihn erkor
Zu hoher Bischofsehr’.

Ein heil’ger Bischof Martin war,
Vergaß die Armen nicht,
Drum ehret ihn der Kinder Schar
Mit Fackeln bunt und licht.

Und wenn der Lichterzug nun zieht,
Dann freut sich Jung und Alt,
Vom Reitersmann das schöne Lied
Als froher Dank erschallt.

Doch mit St. Martin preisen heut’
Wir froh St. Irmgard auch,
Zu ehren sie, war allezeit
In Süchteln guter Brauch.

St. Martin und St. Irmgard hoch,
Ihr Gottesfreunde hehr!
So lang als Süchteln stehet noch,
Wird Dank euch, Lob und Ehr.
(l.s. 1952)

Foto: Rheinischer Spiegel

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