Mit dem eigenen Wasserkanister auf die Festivaltoilette

Die lang anhaltende Hitzewelle treibt die Veranstalter am Niederrhein zu kuriosen Vorgaben. Nun müssen aufgrund der Wasserknappheit Festivalbesucher ihr eigenes Wasser für die Toilettenspülung mitbringen.

Niederrhein – Sommerzeit, Festivalzeit, am ganzen Niederrhein wird in den kommenden Wochen gefeiert. Zahlreiche Festivals laden ein, von Musik bis Theater. Und weil eben diese Festivals meist über mehrere Tage laufen gehört das Camping vor Ort traditionell dazu. Hier nun greift eine neue Vorschrift für den gesamten Niederrhein, denn seit Montag dieser Woche ist es aufgrund der Wasserknappheit für jeden zeltenden Festivalgast Pflicht sein eigenes Toilettenspülwasser in einem Kanister mit sich zu führen.
„Die lange, unerwartete Hitzewelle bringt viele Gefahren mit sich“, so W. Et. Terhoch, Sprecher der Sicherheitskommission. „Die Brandgefahr steigt durch die enorme Trockenheit und an den Festivalplätzen benötigen wir die vorhandenen Wasserreserven und -zuläufe für die verschärften Sicherheitsmaßnahmen.“ Dabei entstehe die Problematik, dass die sanitären Anlagen der Festivals in der gesamten Region nicht mehr ausreichend mit Nutzwasser versorgt werden können. „Deshalb werden die Festivalbesucher in Absprache mit den jeweiligen Veranstaltern nun angehalten ihr eigenes Wasser für die Toilette und zum Duschen mitzubringen“, ergänzt er. Rund 39 Liter Toilettenspülung und 44 Liter Duschwasser pro Person am Tag empfiehlt der Fachmann als Zusatzgepäck. Für die Besucher einige Kilo mehr, anders sei es leider nicht möglich.

Foto: rikkerst

So kommt zu den kuriosesten Meldungen zu der Geschichte der Toilette eine weitere hinzu. Wir haben deshalb einmal einen Blick auf das „Stille Örtchen“ geworfen, schließlich verbringt jeder Mensch rund drei Jahre seines Lebens und mehr als 20 Minuten am Tag auf der Toilette, verbraucht im Durchschnitt 57 Blatt.
Erfunden hat das Wasser-Klosett Sir John Harington 1596, das Patent jedoch sicherte sich 1775 der englische Erfinder Alexander Cummings. Die teuerste Toilette befindet sich auf der Weltraumstation ISS. Die NASA kaufte die Toilette, die Urin zu Trinkwasser aufbereiten kann, für 19 Millionen Euro den Russen ab. Ob hier ein 00-Zeichen angebracht ist, das ist nicht niedergeschrieben, denn mit dieser Kennzeichnung versehen wurde das „Stille Örtchen“ aufgrund seiner Lage in den Hotels des 19. Jahrhunderts. Meist neben Aufzug oder Treppenhaus gelegen musste eine Bezeichnung vor der Zimmernummer gesucht werden, 00 kam da gerade recht.

Bei der Fußball-WM in Russland verpasste der iranische Nationalspieler Pejman Montazeri seinen Einsatz – weil er bei seiner Einwechselung auf der Toilette saß. Für ihn bekam Majid Hosseini (22) eine Chance, der so hervorragend spielte, dass für den ursprünglich geplanten 34-Jährigen kein WM-Einsatz mehr folgte.

Zum Abschluss ein Tipp der Universität Arizona: Die Mikrobiologen empfehlen aufgrund von Studien immer die erste Toilette im öffentlichen Bereich zu wählen. Sie werde meist am wenigsten genutzt und sei somit die sauberste.
Immerhin müssen Benutzer im europäischen Bereich und auch nicht zu den niederrheinischen Festivals ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen – in China in Restaurants und bei der Benutzung von öffentlichen Toiletten an der Tagesordnung. Dabei nutzen nur 30 % der Weltbevölkerung Toilettenpapier und in 1996 verabschiedete US-Präsident Clinton eine 6-Cent Steuer pro Toilettenpapierrolle. Ob aber Falter, Knüller, Wickler oder Einzelblatt-Abreißer eigentlich ging es ja ums Wasser und feiern werden sowieso alle gemeinsam. (S. A. Tire) 

Achtung Satire! Wir freuen uns, dass Sie geneigter Leser sich bis hierhin durch unseren Bericht gewühlt haben. Nein, Sie müssen natürlich keine schweren Wasserkanister schleppen, die Meldung entstammt der Fantasie. Unsere kuriosen Fakten rund um die Toilette jedoch entsprechen der Wahrheit. So hoffen wir, dass unser Bericht Ihnen mit einem Lächeln den Tag versüßt. Ihr Team des Rheinischen Spiegels! (dt)