Myanmar: Einkommen halbiert, Preise stark gestiegen – viele Familien können ihre Kinder kaum noch ernähren

Die Menschen in Myanmar haben seit der politischen Krise und der Eskalation des Konflikts im Februar 2021 im Schnitt mehr als die Hälfte ihres Einkommens verloren, während die Preise für Grundnahrungsmittel um 30 bis 70 Prozent gestiegen sind.

Myanmar – Wirtschaftskrise und Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass rund 80 Prozent der Familien sich Sorgen machen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. In einem von fünf Haushalten essen die Erwachsenen weniger, damit für die Kinder genug übrigbleibt. Ein Drittel der Familien borgt sich Lebensmittel oder ist auf sonstige Hilfe angewiesen.

„Die Kinder in Myanmar dürfen von der Welt nicht vergessen werden“, appelliert Shaheen Chughtai, Advocacy Direktor von Save the Children in Asien. „Millionen haben nicht ausreichend zu essen, und Familien müssen betteln oder sich Geld leihen, um zu überleben. Das ist ein besorgniserregender Rückschritt, vor allem in einer Zeit, in der die humanitäre Hilfe stark unterfinanziert ist. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Armutsniveau nach 17 Jahren Fortschritt zurückentwickelt – und die Auswirkungen für Kinder und ihre Familien – sind eine Tragödie.“

Kin Thida* lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Myanmars größter Stadt Yangon. Beide arbeiteten früher als Maurer, aber verloren in der Wirtschaftskrise ihre Jobs. „Früher konnte ich für 3000 Kyat (etwa 1,5 US-Dollar) ausreichend Fleisch und Gemüse für zwei Mahlzeiten kaufen. Jetzt reicht es nur noch für eine – oft nicht einmal das“, erzählt die 39-Jährige.

Ihre Tochter Sabal* musste mit 17 Jahren die Schule abbrechen, um in einer Textilfabrik Geld zu verdienen, bis auch diese geschlossen wurde. Um eine neue Arbeit zu finden, müsste sie sich in der Heimatstadt ihrer Eltern registrieren lassen, „aber die Fahrt dorthin kann ich mir nicht leisten“, erzählt Sabal. „Ich möchte wieder zur Schule gehen und Krankenschwester werden.“ Anfang Juni hatte Save the Children berichtet, dass sich die Zahl der Kinder, die nicht unterrichtet werden, in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat.

Die internationale Kinderrechtsorganisation arbeitet seit 1995 in Myanmar und bietet Gesundheits-, Nahrungsmittel-, Bildungs- und Kinderschutzprogramme durch mehr als 50 Partner und 900 Mitarbeitende im ganzen Land an. Save the Children Deutschland unterstützt seit 2012 Kinder und ihre Familien im Land. Derzeit betreibt die Organisation vier Projekte, finanziert mit rund 2,6 Millionen Euro vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem European Commission Humanitarian Office sowie mit privaten Spenden. Damit kann umfassende Hilfe in den Bereichen Kinderschutz, Bildung, Kinderrechte, Gesundheit und Ernährung geleistet werden. (opm/Save the Children)

* Name zum Schutz geändert

Foto: Save the Children

Ein Kommentar

  1. Man kann es in der heutigen Zeit kaum Verstehen, das es sowas gibt, und viele schauen zu. Hier muss geholfen werden und das Schnellstens. Sicher wenn man seine Augen nicht verschließt, kann man fast meinen, das es in Europa auch so kommen könnte wenn es mit der Energie so weiter geht. Erst wird von der Politik uns geraten, von Strom auf Gas umzustellen, was auch viele Taten, aber die damalige Regierung nicht in der Lage waren die Speicher für unser Volk zu füllen und uns etwas unabhängig zu machen, aber die Diplomatie der CDU Versagte mit den Managern im Parlament, so das heute keiner mehr diese Parteien möchte. Sie Ruinieren viele Familien und Firmen. Das Wirtschaftswachstum ist ein Ende gesetzt. Der kleinere muss immer daran leiden.

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