Olivenöl, mehr als nur gesund

Fit und vital bis ins hohe Alter, wer möchte das nicht gerne. Hilft da Olivenöl? Schon lange sind sich Ernährungswissenschaftler weltweit einig, dass Olivenöl einen entscheidenden Einfluss auf unseren Körper hat. Dem Superfood werden nicht nur lebensverlängernde, sondern auch heilende Wirkung zugesprochen. 

Gesundheit – Vorrangig in der mediterranen Küche zuhause, nimmt der Verbrauch von Olivenöl aber auch in Deutschland zu. Entgegen den südlichen Ländern, wie Spanien, Griechenland und Italien, die das Öl gerne auch morgens pur genießen, benutzen wir Deutschen es zweckgebunden in und zu Speisen. Als Dips, Salatsoße zu Suppen, als Marinade zu Fisch und Meeresfrüchten findet es den Platz auf unseren Tellern.

Die Anbaugebiete in Griechenland gelten als qualitativ hochwertigste Sorten. Anfang November berichteten wir bereits über die Geschichte und den Anbau des ewigen Baumes. Doch auch die Oliven aus dem Mittelmeerraum, Afrika und mittleren Osten haben eine gute Qualität. Doch Olivenöl kann mehr, als nur gut schmecken, wenn man auch auf das richtige Öl achtet. Wichtig ist, ein gutes Olivenöl zu benutzen, um von allen positiven Eigenschaften profitieren zu können. 

Auf der Insel Kreta findet man einige der ältesten Olivenbäume, welche auf bis zu 4.000 Jahre geschätzt werden. Foto: Rheinischer Spiegel

Körperpflege mit Olivenöl

Vielen Pflegeprodukten wurden bereits Olivenöle zugesetzt und es taucht in der Liste der Inhaltsstoffe vieler Drogerieartikel auf. Von Shampoo zu Hautcremes, Lippenstiften und Seifen, kaum ein Produkt, dass man nicht mit dem wertvollen Öl finden kann.

Doch auch pur angewendet, kann es ein wirksames Hilfsmittel für die Schönheit sein. In Olivenöl ist viel Vitamin E enthalten, dies macht es wirksam gegen sprödes und brüchiges Haar. Experten empfehlen eine Olivenöl-Haarmaske alle ein bis zwei Wochen auf die Haarspitzen, um Spliss zu reduzieren und die Haare spürbar geschmeidiger werden zu lassen.

Auch Kleopatra badete nicht nur in Milch und Honig, sondern mischte ihren Bädern auch reichlich Olivenöl dazu. Zu Recht, denn Vitamin E, Ceratin, Chlorophyll und jede Menge Polyphenole versorgen die Haut mit reichlich Vitalstoffen. Und immerhin ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Die Lipide des Olivenöles sind denen der Haut sehr ähnlich. So können die Inhaltsstoffe zwar nur langsam, aber dafür besonders gut aufgenommen werden. Besonders erwärmtes Öl zieht sehr gut ein. 

In der Haut entfaltet das Olivenöl verschiedene Wirkungen. Es spendet Feuchtigkeit, mildert Fältchen und schützt die Haut vor schädlichen, äußeren Einflüssen. Hautprobleme wie Ekzeme, trockene und rissige Haut und gereizte Hautpartien profitieren von den heilsamen Wirkstoffen. Studien weisen darauf hin, dass Olivenöl regelmäßig äußerlich angewandt, den Alterungsprozess verlangsamen kann. Doch um diesen Vorteil nutzen zu können, sollten Sie gutes Olivenöl erkennen lernen.

Ölziehen ist eine traditionell angewandte Heilmethode in Indien und wird auch im Mittelmeerraum lange geschätzt. Zwar gibt es noch nicht viele Studien dazu, aber es gibt einige Hinweise auf die Effektivität zur Verringerung von Zahnbelag. Die entzündungshemmenden Substanzen des Öles töten Bakterien ab, die Ursache für Mundgeruch und Zahnfleischbluten sein können. 

Dazu nimmt man morgens vor dem Frühstück einen kleinen Esslöffel Olivenöl in den Mund und spült ein bis zwei Minuten den gesamten Mundraum aus. Das Öl sollte auch zwischen den Zähnen durchgezogen werden. Nach ungefähr 4 Wochen sollte die verbesserte Mundhygiene sichtbar sein.

Positive Wirkung auf den Körper

Doch auch die innerliche Anwendung kann der Gesundheit helfen. Unumstritten ist der positive Einfluss auf die Gefäße und das Herz. Gute Olivenöle bestehen zu 70 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren, vorwiegend Ölsäure. 10 Prozent fallen auf mehrfach ungesättigte Fette. Diese liefern dem Körper gesunde und essentielle Fettsäuren wie Linolsäure und die Omega-3-Fettsäuren. Diese Omega-3-Fettsäuren fördern die Sehkraft und üben auf das Gehirn eine positive Wirkung aus

Die deutsche Herzstiftung erklärt, dass Olivenöl hilft, die Gefäße gesund und elastisch zu halten. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren liefern dem Körper wichtige Stoffe, die für ein gutes Verhältnis zwischen dem „schlechten“ LDL-Cholesterin und „gutem“ HDL-Cholesterin sorgen. Sind diese Werte ausgeglichen, sinkt das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen.

Zudem weist die spezielle Zusammensetzung von Olivenöl entzündungs- und gerinnungshemmende Wirkung auf. Bereits der Konsum von mehr als einem halben Esslöffel Olivenöl pro Tag reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 15 Prozent. Auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen kann um 21 Prozent verringert werden. Weitere Studien haben bereits gezeigt, dass der regelmäßige Genuss von Olivenöl bei Diabetikern zu einem günstigen Blutzuckerprofil führt. Weltweit werden neue Studien aufgelegt, die eine positive Wirkung von Olivenöl auf Brustkrebs und Depressionen belegen sollen.

Die gute Wahl

Entscheidend für die positive Wirkung des Olivenöls ist die gute Qualität. Auch Geschmack und Geruch spielen bei der Auswahl eine große Rolle. Ein gutes Olivenöl ist ein Genuss. Um den möglichst besten Effekt auf den menschlichen Organismus zu erzielen, ist nur ein hochwertiges Olivenöl eine gute Wahl. Dies zu unterscheiden, ist nicht immer leicht. Mindere Qualitäten enthalten nur wenig oder keine nützlichen Inhaltsstoffe. Möglicherweise sogar schädliche Substanzen aus einem ungeeigneten Anbau. (opm)