Sie tragen Namen wie „Blaue Schweden“, „Otolia“, „Belana“ oder „Laura“ und sind direkt beim Erzeuger erhältlich. Wir berichten heute über die niederrheinischen Kartoffelspezialitäten, die beim Dülkener Schoteshof aus eigenem Anbau angeboten werden und die den Herbst so besonders schmackhaft machen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman
Viersen-Dülken – Der Bauerntopf brutschelt fleißig vor sich hin und der unwiderstehliche Duft zieht bis in die hinterste Ecke. Unsere Redaktion hat für den heimischen Genuss allerdings nicht irgendwelche Kartoffeln gewählt. Auf dem Dülkener Schoteshof war der Rheinische Spiegel zu Gast und hat sich dort mit ganz besonderen Kartoffelspezialitäten eingedeckt. Gerade frisch geerntet sind dort die verschiedenen, niederrheinischen Knollen nämlich direkt beim Erzeuger, Landwirt Heinz Giesen, erhältlich. Dieser hat nach dreißig Jahren ohne Kartoffelanbau auf dem heimischen Hof erstmals in diesem Jahr wieder die begehrten Knollen in größeren Mengen angebaut.
„Probeweise haben wir schon seit drei Jahren Kartoffeln angebaut. Zunächst waren es kleine Mengen im Feld und nachdem die Nachfrage bei unseren Kunden stieg, haben wir in diesem Jahr ein viertel Hektar bebaut“, erklärt Landwirt Heinz Giesen. „Das hört sich für die meisten erst einmal wenig an, aber für uns war es als Einstieg eine gute Lösung.“ Dass auf dem Schoteshof nach drei Jahrzehnten wieder Kartoffeln anbaut werden, liegt vor allen Dingen daran, dass Heinz Giesen die Produkte aus regionalem Anbau stärker fördern möchte. Mit dem veränderten Kauf- und Konsumverhalten in den vergangenen Jahren, Nachhaltigkeit und mit Blick auf die aktuell steigenden Preise sind die Direkterzeugnisse immer mehr in den Mittelpunkt des Marktes gerückt.
Die Frage, warum er ausgerechnet die Sorten „Blaue Schweden“, „Otolia“, „Belana“ oder „Laura“ ausgewählt hat, unterstreicht Heinz Giesen mit verschiedenen Vorteilen. So handelt es sich bei allen Kartoffeln um keimruhig Lagerkartoffeln, die hervorragend auch einmal ein wenig länger auf ihre Verarbeitung warten können. „Geschmacklich sind alle diese Sorten hervorragend“, ergänzt seine Partnerin Anne Smeets, die als Tipp den Genuss als Pommes Frites empfiehlt. Alle Sorten werden hauptsächlich in Deutschland angebaut und bringen Farbe auf den Tisch. Das Violett der „Blauen Schweden“ ist dabei nicht zu übersehen und auch die rote Schalenfarbe der „Laura“ bringt einen ungewöhnlichen Farbtupfer. Geöffnet ist der Schoteshof montags bis samstags – ab neun Uhr morgens bis zum frühen Abend.
Und wie sieht es mit den Preisen aus? „Wir fangen an bei 1,40 Euro im Kilo, es wird günstiger je nach Menge“, erklärt Heinz Giesen. „Vor dem Anbau wurde eine Bodenprobe gezogen und wir achten in der Fruchtfolge darauf, dass die Kartoffeln nicht in den nächsten drei Jahren wieder auf dem selben Boden angebaut wird. Wir haben dadurch keinen hohen Krankheitsdruck und der Boden kann sich in dieser Zeit erholen.“ Im nächsten Jahr wird auf diesem Feld deshalb Weizen stehen und die Kartoffeln wandern ein ganzes Stück weiter. „Der Boden kannte nach gut dreißig Jahren keine Kartoffel mehr und unsere Kartoffeln sind besonders gut gewachsen.“
Neben den Kartoffelspezialitäten, die sich bei diesen Farben hervorragend für die Adventszeit eignen, sind aktuell zudem noch Porree und Möhren erhältlich – solange der Vorrat reicht. Im nächsten Jahr wird der Dülkener Landwirt das Produktportfolio nochmals erweitern und bis dahin gibt es alle aktuellen Infos unter anderem auf der Facebookseite „Frisches vom Schoteshof“. (ea)





