Die Viersener Fotografin Rebekka Litgen, Inhaberin von Black Sparrow Photography, widmet sich in ihrem aktuellen Projekt dem kreativen Schaffen von Künstler:innen im Kreis Viersen. Sie begleitet die Künstler:innen während ihres Arbeitsprozesses und fängt in ihren Fotografien die besonderen Momente zwischen der ersten Idee und dem fertigen Werk ein.
Kreis Viersen/Nettetal-Kaldenkirchen – Die Serie kombiniert beeindruckende Aufnahmen des künstlerischen Prozesses mit persönlichen Interviewfragen, die Einblicke in die Gedankenwelt und Arbeitsweise der Künstler:innen geben. Einige der Interviews stellt der Rheinische Spiegel in einer begleitenden Serie vor.
Bei der Künstlerbörse am 27. und 28. Juni 2026 im Süchtelner Weberhaus können Besucher:innen die porträtierten Künstler:innen persönlich kennenlernen und ihre Werke erleben. Gleichzeitig wird dort auch Rebekka Litgens fotografisches Kunstprojekt präsentiert, das den kreativen Prozess auf besondere Weise dokumentiert.
Künstlerportraits im Kreis Viersen
Jede Serie öffnet eine eigene Tür in eine kreative Welt.
Heute entdecken wir die Welt von Nicole Töpfer.
Steckbrief Künstlerin
Nicole Töpfer
Jahrgang: 1978
Technik: Pastellkreidemalerei
Stil: Phantasie realistisch und z.T. provokant dargestellt.
Kontakt: nofrethete(at)gmx.de
Kunstwerke: Instagram
Nicoles Räume für Phantasie
Nicole Töpfer aus Kaldenkirchen arbeitet mit viel Hingabe und einer starken inneren Bildwelt an ihren Kunstwerken. Ihre Motive bewegen sich zwischen Phantasie & Realität und zeigen oft eine leicht provokante, zugleich aber sehr fein beobachtete Perspektive auf das, was uns umgibt.
Inspiration findet Nicole in kleinen Momenten des Alltags, durch Begegnungen mit Tieren, in Geschichten, Musik oder dem Verhalten von Menschen. Manche Ideen entstehen ganz leise, fast wie von selbst, und bleiben dann so präsent, dass sie sie förmlich umsetzen muss.
Für Nicole ist Kunst eng mit ihrem inneren Gleichgewicht verbunden. In stressigen Phasen lässt sie sich bewusst Zeit, um den kreativen Raum wieder frei werden zu lassen. In ihren Arbeiten spiegelt sich eine große Ausdauer und die Fähigkeit, an Ideen festzuhalten und sie weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt steht für Nicole ihre Phantasie – sie zu bewahren, ihr Raum zu geben.
Und andere dazu einzuladen, wieder genauer hinzusehen, zuzuhören und eigene Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Wie würdest du deine Kunst in 3 Worten beschreiben?
Phantasie realistisch und z.T. provokant dargestellt.
Wodurch wirst du inspiriert und woher kommen deine Ideen meistens?
Inspiriert werde ich durch, dass was ich sehe und höre. Das können Dinge / Tiere sein die mir auf einem Spaziergang begegnen, die ich in meinem Garten finde, es können Musikstücke oder Geschichten sein. Aber auch durch das, was Menschen an Verhalten zeigen. Es muss mich faszinieren, wie z.B. Raben; Mythologie; Sagen…
Oftmals schießt mir dann im Halbschlaf eine Idee in den Kopf, die dann nicht mehr verschwindet.
Dann weiß ich, das ist die richtige Idee…
Gibt es etwas, das dich regelmäßig blockiert und wie gehst du damit um?
Stress blockiert ungemein, dann können mir keine Ideen in den Kopf kommen. Wenn es so ist, fange ich gar nicht erst an zu malen, da dann vorprojeziert ist, dass das Bild ein Fehlschlag wird und es in der Mülltonne landet.
Da hilft nur zu versuchen den Stress zu minimieren und nicht noch mehr zu verursachen in dem ich unbedingt malen muss. Ein gutes Buch kann da sehr hilfreich sein, oder ich gehe meinem weiteren Hobby dem Bogenschießen nach.
Was hat dich die Kunst über dich selbst gelehrt?
Das ich mir meine Phantasie erhalten habe und meine Ausdauer und Frustrationstoleranz sehr hoch ist.

Wie stehst du zu Künstlicher Intelligenz (KI) Kunst, verändert sie deine Arbeitsweise?
KI „Kunst“ macht uns nur mehr zur Wegwerfgesellschaft. Jeder entwickelt seine Bilder, zieht sie auf Leinwand und wirft sie schnell wieder weg, da man sich schnell was neues und kostengünstiges machen kann.
Die Bilder, die ich bisher gesehen habe, waren immer „too much“. Zu scharf, zu überladen mit Details sodass das wesentliche verloren geht. Meine Arbeitsweise verändert es nicht.
Was ist deine Botschaft mit deiner Kunst? Was willst du ausdrücken oder vermitteln?
Schaut hin, hört zu und verliert nicht Eure Phantasie.
Was würdest du angehenden Künstler:innen raten?
Gebt nicht auf, es gelingt nicht immer alles auf Anhieb, aber solange ihr Spaß und Motivation habt, wird es immer einfacher und besser.
Holt Euch konstruktive Kritik und Hilfe ein, nicht jedem gefällt alles. (opm)





