Eine besondere Atmosphäre war bereits beim Aufstellen an der Brüder-Grimm-Schule zu spüren, ließ man den glücklichen Blick über die kunstvoll gestalteten Fackeln des diesjährigen St. Martinszuges Süchteln-Stadt wandern.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker
Viersen-Süchteln – An den Straßenrändern blieben erneut in diesem Jahr Eltern, Großeltern und Zuschauer stehen, denn der große St. Martinszug durch die Süchtelner Innenstadt war den Kindern vorbehalten. Fleißig hatten diese im Vorfeld bunte Laternen gebastelt, die jede einzelne für sich eine als wertvoller Schatz stolz durch die Straßen getragen wurde.

„In meiner Heimatstadt da sing ich froh und hell, wenn’s Martinsfeuer brennt, bin ich zur Stell’“, schrieb Fritz Giese einst in seinem Süchtelner Martinslied. „Über der Irmgardisstadt da weht ein guter Wind, er weht so hoch herab, ein Sternlein blinkt.“ Seine Liebeserklärung an Süchteln war im Vorfeld fleißig ebenso geübt worden, wie die bekannteren Lieder, die das rheinische Brauchtum so erhaltenswert machen.
Einen Dank gab es bereits im Vorfeld für Helfer und Unterstützer: „Man muss auch mal danke sagen. Danke an all diese Menschen, die uns im Hintergrund und beim Umzug immer helfen. An erster Stelle danken wir der Freiwilligen Feuerwehr Süchteln, die uns ihre Räume zum Tütenpacken und der Verteilung zur Verfügung stellen und unseren Umzug schon seit vielen Jahren mit begleiten“, so der St. Martinsverein Süchteln Stadt.
„Dem THW, die immer mit zur Absicherung des Feuers zur Verfügung stehen. Unserer Polizei, die uns begleitet und den Weg frei hält. Und natürlich den Ordnungsbehörden der Stadt Viersen für die gute Zusammenarbeit. Den Unternehmen EGN und Baustoffe Swertz, die uns Mülleimer und Sand zur Verfügung stellen, sowie der Firma Kohlschein, die uns das Brennholz spendet.“ Nicht vergessen wurden zudem die zahlreichen Sponsoren, ohne die die Tüten nicht machbar wären, und die helfenden Hände an den Schulen.

Angeführt von St. Martin, alias Phillip Heitzer, der seit mittlerweile 25 Jahren hoch zu Ross den Fackelzug anführt, zogen hunderte von kleinen Sternen hin zum großen Feuer auf dem Parkplatz am Westring, wo in diesem Jahr die traditionelle Bettlerszene mit Markus Wartmann als dem armen Mann stattfand, der diese Rolle bereits zum zweiten Mal gekonnt spielte. Begleitet von den Musikgruppen erhellten die Martinsfackeln die Dunkelheit und auch das leuchtend brennende Feuer konnte ihre Schönheit nicht übertreffen.
Der mehrstimmige Gesang war ebenfalls bei der Live-Übertragung des Feuers auf Social Media zu hören – ein voller Erfolg für das Konzept, welches im vergangenen Jahr bereits initiiert worden war. Die Lieder gab es aber natürlich nicht a cappella, wurde der beeindruckende Zug doch vom Musikverein Schaag, den Viersener Musikfreunden, dem Musikverein Hinsbeck sowie dem Musikzug Freiwillige Feuerwehr Tönisvorst begleitet. Und nun? Nun dürfen sich alle schon auf das kommende Jahr mit dem St. Martinszug am 3. November 2023 freuen. (nb)





