Seit einem Jahrhundert steigt das Unternehmen Treis den Krefeldern aufs Dach. Zu seinem besonderen Betriebsjubiläum wurde Dachdeckermeister Klaus Treis jetzt ausgezeichnet.
Krefeld – Der 63-Jährige nahm die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Düsseldorf entgegen. Obermeister Andreas Pavel und Stefanie van der Wielen von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein überreichten die Auszeichnung während der Mitgliederversammlung der Dachdecker-Innung Krefeld, die in der Velux-Akademie in Düsseldorf stattfand. Während des Treffens gratulierten Andreas Pavel und sein Stellvertreter Jörg Schmidt auch dem jungen Dachdecker-Gesellen Sebastian Kraemer, der kürzlich seine Ausbildung im Betrieb Andreas und Nico Schramm erfolgreich abgeschlossen hatte.
Im März 1925 gründete Johann Schumacher in Krefeld ein „Geschäft für Dachdeckerei“, wie es damals hieß. Seine Tochter Hilde heiratete Franz Treis, der später den Betrieb übernahm und in Bedachungen Treis umbenannte – die beiden waren die Großeltern des heutigen Chefs. Der erkannte übrigens schon früh, dass dieses Handwerk sein Wunschberuf war: „Ich bin sozusagen in der Werkstatt großgeworden“, sagt Klaus Treis. Er erledigte schon in jungen Jahren auch kleinere Arbeiten bei seinem Vater Hans, um etwas Geld für ein Mofa hinzuzuverdienen.
Später machte er seine Ausbildung im elterlichen Unternehmen und arbeitete dann als Geselle weiter bis zur Meisterprüfung, die er vor inzwischen 40 Jahren, im November 1985, ablegte. „Schließlich übernahm ich 1998 den Familienbetrieb, den mein Vater 35 Jahre lang geführt hatte“, berichtet er. Ein besonderes Ereignis feierten die beiden im September 2010: Am selben Tag wurde Hans Treis mit dem Goldenen und sein Sohn Klaus mit dem Silbernen Meisterbrief ausgezeichnet.
Der Betrieb hat heute zwei Mitarbeiter. Treis arbeitet hauptsächlich für Privatkunden, die fast alle aus Krefeld sind. Daneben erledigt er Aufträge von Hausverwaltungen und der Stadt Krefeld. „Wir machen eigentlich alles, was am Dach anfällt. Beim Ausbau zum Beispiel geht es um Dachbalkone und -terrassen, um Belichtungen, Entwässerung oder Reparaturen aller Art. Und Wärmedämmung ist heute im Vergleich zu früher ein Muss“, sagt Treis. Natürlich kümmert er sich auch darum, dass Hagel- und Sturmschäden am Dach behoben werden.
Was sich noch geändert hat, ist der bürokratischen Aufwand, für den er viel Zeit benötigt: „Früher wurde viel per Handschlag bekräftigt. Heute müssen Verträge geschrieben werden, und alle Angebote sind in schriftlicher Form zu machen“, erklärt Klaus Treis. (opm)





