Frankreich: Straßburg lockt als abwechslungsreicher Städtetrip

Die vom Mittelalter geprägte Stadt nah an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich begeistert mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern, verwunschenen Gassen, Spaziergängen am Wasser und Elsässer Spezialitäten. Ebenso die Liebhaber moderner Architektur werden hier bei einem Besuch im europäischen Viertel fündig.
Von RS-Sprecherurin Nadja Becker

Reisen / Frankreich – Das traditionelle Kopfsteinpflaster, welches die Spaziergänger entlang der sich windenden Kanäle durch eine der schönsten Städte Europas begleitet, fasst die fast märchenhaften Fachwerkhäuser kunstvoll gelegt ein.

Die historische Architektur verbindet sich mit modernen Einflüssen, sind hier doch zahlreiche EU-Gremien wie das Europaparlament oder Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ansässig.

Foto: Rheinischer Spiegel

Deutsche und französische Kultur haben das Kleinod im Elsass gemeinsam geprägt. Die „europäische Hauptstadt“ Straßburg hat schnell die Herzen für sich gewonnen – sei es lebendig im Sommer oder romantisch mit ihrem weltbekannten Weihnachtsmarkt.

Es lohnt sich die Gassen zu Fuß zu erkunden und sich von den stetig wechselnden Einflüssen leiten zu lassen, gerade weil die Innenstadt nicht allzu groß ist. Diese historische Altstadt „Grand Ile“ (Große Insel) wurde bereits von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und so ist es nicht verwunderlich, dass die Stadt mit viel Engagement versucht die über 800 Gebäude zu erhalten die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen.

Foto: Rheinischer Spiegel

In ihrer Mitte erhebt sich ehrwürdig der Straßburger Münster, ein 144 Meter hoher Sakralbau mit bunten Rosettenfenstern und von den Einwohnern selbst liebevoll als Cathedrale Notre-Dame bezeichnet. Nimmt man den kraftvollen Aufwand in Kauf und „besiegt“ die 332 Stufen, eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Stadt und den Münsterplatz. Hier reihen sich dicht an dicht Souvenirläden und Restaurants mit elsässischen Spezialitäten.

Darunter liegt das Kammerzellhaus, eines der bekanntesten Profangebäude der Stadt, heute ein beliebtes Restaurant. Überhaupt lässt sich hier hervorragend essen, ein Tipp ist das Restaurant Gurtlerhoft in einem historischen Gewölbekeller, das auch bei Einheimischen beliebt ist und ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bietet.

In direkter Nähe der Gutenbergplatz mit einer Statue des Erfinders des Buchdrucks, französischem Flair zum Anfassen und einem detailreichen Kinderkarussell. Auch der Place du Marché Gayot im Umkreis des Münsters ist im Sommere einen Spaziergang wert, denn hier lebt Straßburg auf und ebenfalls ein Abstecher zum Palais Rohan sollte nicht fehlen. Der barocke Gebäudekomplex beherbergt das Museum der schönen Künste und die erhaltenen Gemächer der Kardinäle.

Foto: Rheinischer Spiegel

Hinter dem mächtigen Gebäude befindet sich der Anlegesteg der kleinen touristischen Boote, die auf der Ill, einem linken Zufluss des Rheins, die Stadt erkunden. Von den Booten aus lässt sich die Stadt mit einem ganz anderen Blick erleben – und kann, nutzt man die Touren in den Abendstunden, eine besonders romantische Tour erleben. Oder man verweilt am La Plage, einem Strand mit drei Bootten am Quai des Pecheurs – ein Treffpunkt für die Straßburger Studenten. In einem Liegestuhl lohnt die Pause mit einem leckeren Wein oder Kaffee.

Romantisch auch ein Spaziergang durch das Gerberviertel (Petite France), eines der beliebtesten Fotomotive Straßburg. Dabei war dieses Stadtviertel noch im 16. Jahrhundert kein Ausflugsort, denn hier lag auf der Ill-Insel das Militärkrankenhaus für schwere Infektionskrankheiten. Ebenfalls waren hier viele Gerber ansässig, deren gerben der Felle einen Geruch verbreitete der keine Besucher anzog. Heute finden sich hier urige Gaststätten, Souvenirläden, märchenhafte Cafès und Plätze zum Verweilen direkt am Wasser.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ein weiteres Postkartenmotiv bietet die Terrasse Panoramique, die Befestigungsmauer aus dem 17. Jahrhundert. Seit 1967 eröffnet die Panoramaterrasse einen wunderbaren Blick über die Stadt. Wen es dagegen eher zur modernen Architektur zieht, der darf einen Besuch des Europaviertels nicht verpassen. Hier zeigt sich ein harter Kontrast aus Eisen und kaltem Glas zu den sonst gemütlichen Fachwerkhäusern.

Doch Straßburg hat noch viel mehr zu bieten, so lohnt sich ein Besuch der beliebten Trödelmärkte, die sich am frühen Samstagmorgen durch die Innenstadt ziehen. Ein Souvenir ist hier ebenso sicher wie beim Schnuppern in die zahlreichen Boutiquen entlang der Rue du Vieux-Marché-aux-Poissons oder der Rue des Juifs.

Egal wo man seine touristischen Schwerpunkte legt, auf einen Flammkuchen sollte man in Straßburg auf keinen Fall verzichten. Steht ein Besuch in der Adventszeit ab Ende November an ist der Besuch der Weihnachtsmärkte ein Muss. Traditionell präsentiert sich der Markt am Münster, in jedem Jahr wechselt das Thema am Platz Gutenberg, der Weihnachten weltweit präsentiert. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel