Tötung überlebener Affen im Krefelder Zoo: Beteiligte entschieden Informationen nicht zu kommunizieren

Zu dem Bericht des Innenministeriums an den NRW-Landtag meldeten sich mittlerweile ebenfalls der Zoo Krefeld und die Polizei zu Wort. Es war bekannt geworden, dass eines der Tiere nach dem Brand durch einen Schuss getötet werden musste.

Krefeld – „Bei einem verheerenden Großbrand in der Neujahrsnacht wurde das Affenhaus des Zoo Krefeld vollständig zerstört. Über 30 Tiere kamen in dem Feuer zu Tode“, so der Zoo Krefeld. „Zwei Schimpansen konnten in den frühen Morgenstunden mit leichten Brandverletzungen gerettet werden. Ihnen geht es heute gesundheitlich gut. Bei drei Menschenaffen mit schwersten Verletzungen konnten von den Tierärztinnen unmittelbar nach den Löscharbeiten in Begleitung der Feuerwehr noch schwache Lebensanzeichen ohne Überlebenschance festgestellt werden. Zwei Tiere wurden ohne Verzögerung durch ein hoch konzentriertes Narkotikum eingeschläfert, um sie von ihrem Leiden zu erlösen. Bei einem männlichen Gorilla entfaltete das Narkotikum aufgrund der Schwere der Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden nicht seine volle Wirkung, so dass die schnellste Erlösung des Tieres durch Kugelschuss mit Unterstützung der Polizei Ultima Ratio war. Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen waren die Vorgänge bei der ersten Pressekonferenz bekannt, aber zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen (Tierärztin, Tierpfleger, Polizei) wurde gemeinschaftlich mit den beteiligten Behörden entschieden, diese Informationen nicht zu kommunizieren.“

„Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Ansonsten hätten sich unsere Kollegen nach dem Tierschutzgesetz (§ 17) strafbar machen können“, ergänzt die Polizei Krefeld in einer Pressemitteilung.

Foto: Tobias Großer/Rheinischer Spiegel

Zoo Krefeld: Polizist erschoss verletzten Gorilla