Viersener Steinkreis zeigt Zyklus des Lebens

Auf rund 57 Hektar konnte die Stadt Viersen nach Aufgabe des Logistikzentrums Viersen der britischen Rheinarmee einen neuen Stadtteil am napoleonischen Nordkanal entwickeln. Im Herzen des neu geschaffenen Wohngebietes liegt der Steinkreis des Künstlers Anatol Herzfeld.
Von RS-Redaktion Nadja Becker

Viersen/Sehenswürdigkeit Zehn Findlinge traten ihre Reise von der Niederlausitz zu ihrer neuen Heimat in Viersen an. Dort während des Braunkohleabbaus gefördert, hatten sie bereits vor der Bearbeitung durch den Künstler Anatol Herzfeld eine besondere Bedeutung, wurde doch beiden Regionen durch den Tagebau ein neuer Charakter verliehen. Nur wenige Kilometer vom Fundort der Findlinge entfernt liegt zudem Calau, eine Kleinstadt im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz und Partnerstadt Viersens.

Die Steine fanden ihre neue Heimat in dem zu dieser Zeit wachsenden Stadtteil Steinkreis am Nordkanal und symbolisieren dort als Kunstobjekte einen Zyklus um das Leben des Menschen. Hierzu ritzte der Künstler Motive aus dem Leben auf die Flächen – Geburt, Freundschaft oder Tod laden zum Verweilen ein.

Steinkreis am Nordkanal Viersen Anatol Herzfeld
Steinkreis am Nordkanal – Foto: Rheinischer Spiegel

Anatol Herzfeld (bürgerlich: Karl-Heinz Herzfeld) wurde am 21. Januar 1931 in Insterburg, Ostpreußen, geboren und verstarb am 10. Mai 2019 in Moers, Nordrhein-Westfalen). Der in neu arbeitende Bildhauer arbeitete vorrangig mit Holz, Eisen und Stein, seine Hauptwirkungsstätte war die Stiftung Insel Hombroich.
Anatol Herzfeld orientierte sich als Schüler des Düsseldorfer Künstlers Joseph Beuys eng an den künstlerischen Vorstellungen seines Lehrers, so ist häufig das Konzept des erweiterten Kunstbegriffs in seinen Werken sichtbar.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war seine Familie vor polnischen und sowjetischen Truppen nach Westdeutschland geflüchtet, im Rheinland begann Herzfeld eine Lehre zum Schmied und wirkte im Polizeidienst als Verkehrspolizist. In dieser Zeit studierte er neben dem Beruf, ließ sich nie in eine Schublade packen und nahm mit seinen Werken insbesondere Bezug auf zeitaktuelle politische sowie gesellschaftliche Themen.

Nach oder vor einem Besuch am Steinkreis empfiehlt sich eine Pause im „käffchen am steinkreis“, einem 2011 gegründeten Inklusionsbetrieb der Lebenshilfe Kreis Viersen. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier gemeinsam im Team. Geboten wird an sechs Tagen pro Woche ein breites Angebot von Frühstück, über Snacks bis hin zu frischem Kuchen. (nb)

Dienstag bis Sonntag: 9:00 bis 17:30 Uhr
„das käffchen am steinkreis“
Am Steinkreis 1 | 41748 Viersen
Tel: 02162 102689-7 | www.kaeffchen-viersen.de

Steinkreis am Nordkanal Viersen Anatol Herzfeld
Am napoleonischen Nordkanal, der sich von Neuss über Viersen erstreckt, schuf der Künstler Anatol Herzfeld zur Stärkung dieses zentralen Raumes einen weiten Steinkreis mit zehn großen Findlingen. Foto: Rheinischer Spiegel

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