Wenn Bäume die Wolken berühren – Sequoiafarm im Kaldenkirchener Grenzwald

Auf rund 35.600 Quadratmetern lädt ein Arboretum mit abwechslungsreicher Geschichte in Kaldenkirchen zu einem Besuch auf der #Sequoiafarm ein. Mitten im Grenzwald fand die erste systematische Anzucht und Selektion von Mammutbäumen in Europa statt.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kaldenkirchen/Niederrhein Sie ragen bis in den Himmel und berühren die Wolken. Mammutbäume können bis zu 85 Meter hoch werden, die ältesten Bäume sollen über 3.000 Jahre alt werden. Nicht ganz so alt und nicht ganz so hoch sind die Exemplare, die auf der Sequoiafarm in Kaldenkirchen zu einem Besuch einladen. Dennoch sind sie nicht weniger eindrucksvoll, wenn der interessierte Besucher seinen Kopf in den Nacken legt vor dem 67 Jahren alten Bergmammutbaum oder in einem Hain aus Küstenmammutbäumen mit einer Höhe von bis zu 40 Metern.

Foto: Rheinischer Spiegel/Günther Tlotzek

Der Park mit seinen Urweltmammutbäumen und rund 400 anderen seltenen Gehölzarten wurde zunächst einige Jahre von Universitäten und Biologischen Stationen genutzt. Den Grundstein legte 1946 das Zahnarzt- und Dendrologen-Ehepaar Illa und Ernst J. Martin mit dem Aufbau eines forstbiologischen Gartens, in dessen Nähe die beiden 1952 auf einer Versuchsfläche 1.500 Sämlinge des Bergmammutbaums anzogen – mit dem Ziel zu erforschen, ob der Baum vor der Eiszeit am Niederrhein heimisch war und ob diese Art wieder in die deutsche Forstwirtschaft eingeführt werden kann.

Unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, fanden die Forschungen großes Interesse in England und den USA, weshalb bis 1967 rund 35.000 Bergmammutbäume an Privat- und Forstflächen abgegeben wurden. Die in Kaldenkirchen heute vorhandenen Exemplare gehören neben dem Staatsforst Burgholz zu den wichtigsten Küstenmammutbaum-Beständen nördlich der Alpen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Günther Tlotzek

Im Laufe der Zeit wurde der Park ständig erweitert, 1970 übernahm das Land NRW das Gebiet, bis es achtzehn Jahre später an die Stadtwerke Nettetal abgegeben wurde. 2013 schlossen sich Mammutbaumfreunde zusammen und gründeten den Verein Sequoiafarm e. V. in dessen Besitz der Park sich mittlerweile befindet. Der Verein öffnete den Park für Besucher – während der Öffnungszeiten ist der Eintritt frei, gerne wird aber eine Spende zum Erhalt der riesigen Bäume entgegengenommen. Das Arboretum kann von Anfang April bis Ende Oktober an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr sowie an den Tagen der Offenen Gartenpforte besichtigt werden, nach Anmeldung ist es zudem für Besuchergruppen mit einer Führung zugänglich.

Parkplätze befinden sich vor dem etwa 100 m entfernten Waldrestaurant Haus Galgenvenn, Knorrstraße 77, 41334 Nettetal. Der Weg von dort zur Sequoiafarm ist ausgeschildert. Wer direkt an der Sequoiafarm parkt muss mit einem Bußgeld rechnen, da sich der Park innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes befindet. (nb)

Sequoiafarm Kaldenkirchen
Buschstraße 98
41334 Nettetal-Kaldenkirchen
www.sequoiafarm-kaldenkirchen.de

Foto: Rheinischer Spiegel/Günther Tlotzek

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