Wilder Müll bleibt in Viersen ein Problem

Leere Eisbecher, Verpackungen, Papier, Tüten, dazwischen eine leere Dose oder eine Flasche – Der Parkplatz an der Petersstraße und die kleine Verbindung zur Lambersartstraße sind „mülltechnisch“ keine Augenweide.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Beim Aussteigen schiebt Sonja Weber die Dose zur Seite um nicht darauf auszurutschen. Sie pendelt jeden Tag nach Viersen zu ihrer erkrankten Mutter und nicht nur der ständige Müll regt sie auf, auch dass der Parkplatz bei Regen teilweise so sehr unter Wasser steht, dass ein Aussteigen unmöglich ist. „Dabei gibt es sowieso so wenig Parkplätze in der Nähe“, sagt sie. „Ich kann nicht verstehen, dass die Stadt Viersen nicht das Überschwemmungsproblem aus der Welt schafft oder mehr Mülleimer aufstellt.“ Sie ist sich sicher, dass der Parkplatz sauberer wäre, wenn mehr Möglichkeiten zur Entsorgung zur Verfügung stehen würden. Ebenfalls neben dem Kleiderspender würde regelmäßig wild Müll entsorgt.

Dabei nehmen die Umweltsünder in Kauf, dass sie damit der Allgemeinheit schaden. Die Kosten für die Entsorgung durch die Stadt, wenn eine Prüfung auf den Verursacher negativ verläuft, tragen alle anderen. Die Entsorgung von illegalem Müll kostet die Stadt Düsseldorf rund 1,6 Millionen Euro jährlich, in Köln sind es 7,6 Millionen Euro. Umweltverbände raten zu einer Meldung einer wilden Müllkippe bei der jeweiligen Stadtverwaltung, in Viersen ist das über das Beschwerdemanagement möglich (02162 101 4444).

Die Städte und Gemeinden sind in abfallrechtlicher Hinsicht verantwortlich für die Beseitigung der wilden Müllkippe zu sorgen. „Allerdings geht jede Stadt anders mit einer solchen Meldung um. Während es Städte gibt, die die wilden Müllkippen innerhalb von 24 Stunden beseitigen, kümmert der Müll andere einen Dreck. Der beliebte Taktik, erst einmal gar nichts zu tun, sollten Melder mit mehrfachen Anrufen und Fotos per Mail entgegenstehen.“
Übrigens gibt es mittlerweile Städte die auf „Petzen per App“ setzen – so wie die Stadt Dortmund, die mit der App „Dreckpetze“ Bürgern die Möglichkeit bietet wilde Müllkippen schneller melden zu können. Ebenfalls Düsseldorf, Dormagen, Gelsenkirchen oder Köln bieten solche Apps an – mit einer positiven Resonanz. (cs)