„WirSindBaend“ gewinnt den 19. Young Talents Bandcontest der Stadt Viersen

Der Vorplatz der Homebase 42 bebte am Samstagabend unter den Rhythmen, Riffs und Refrains der jungen Musikgeneration.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Viersen – Bei bestem Open-Air-Wetter verwandelte sich das Außengelände des städtischen Jugendtreffs gestern in eine vibrierende Bühne für den 19. Young Talents Bandcontest. Fünf höchst unterschiedliche Acts traten an – doch am Ende konnte nur einer den begehrten Titel mit nach Hause nehmen. Und das gelang „WirSindBaend“ aus Korschenbroich, die mit ihrem energiegeladenen Indie Pop, ehrlichen Texten und sympathischer Bühnenpräsenz Publikum wie Jury gleichermaßen überzeugten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Musikalisch zeigte sich der Abend so vielfältig wie selten. Den Auftakt machte Reni, deren deutschsprachiger Singer-Songwriter-Stil und gefühlvolle Stimme für einen berührenden, fast poetischen Start sorgte. Ihr minimalistisches Set fesselte – es war leise, aber eindringlich.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit deutlich mehr Druck folgten Pure Panic, die mit sattem Rocksound, hoher Spielfreude und spürbarer Bühnenroutine auftrumpften. Die jungen Musiker bewiesen, dass druckvolle Gitarrenriffs und präzises Zusammenspiel auch ohne große Bühnenerfahrung funktionieren können – verdient sicherten sie sich den zweiten Platz.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Sky-Life dagegen verzauberten mit folkigen Pop-Elementen und viel Interaktion – musikalisch solide und eingängig, konnten sie das Publikum jedoch nicht vollends mitreißen und landeten am Ende auf Platz fünf.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ein absoluter Höhepunkt war der Auftritt von WirSindBaend. Mitreißende Melodien, eingängige Indie-Pop-Hymnen und eine Bühnenperformance, die gleichermaßen professionell wie nahbar wirkte, machten sie zum Publikumsliebling. Dass sie am Ende den ersten Platz belegten, war eine Entscheidung, die sowohl das Publikum als auch die Fachjury im sogenannten „4-plus-1“-Voting-Modus mittrugen. „Wir haben nicht nur eine Band gesehen, sondern ein echtes Konzept erlebt“, resümierte eine Besucherin.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Für Gänsehaut der anderen Art sorgte ObeyForMe. Eigentlich als Metalcore-Band mit voller Besetzung angekündigt, mussten sie krankheitsbedingt auf zwei Mitglieder verzichten – traten jedoch trotzdem zu zweit auf. Was eigentlich ein Handicap sein könnte, wurde zur starken Performance mit Kampfgeist, Improvisation und ungeheurer Bühnenpräsenz. Dafür gab es von Jury und Publikum Respekt – und immerhin den dritten Platz.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ein besonderes Merkmal des Wettbewerbs ist der demokratische Wert der Publikumsstimme: Neben der Jury – bestehend aus Dieter Mai, Andreas Ballnus, Claudia Lausberg und Mira Hespers – entschied das Publikum über die fünfte und ebenso gewichtige Stimme. Über 100 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich aktiv an der Bewertung zu beteiligen. Durch das Programm führten Max und Navya mit viel Charme, Witz und echter Begeisterung für die Musik. Die technische Organisation, das Ambiente und die reibungslose Durchführung unter freiem Himmel machten das Event erneut zu einem Highlight der regionalen Jugendkultur.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ja, der Young Talents Bandcontest 2025 war eben gewohnt nicht nur ein musikalischer Wettstreit, sondern ein buntes Festival junger Kreativität, Mut und musikalischer Vielfalt. Die Band WirSindBaend hat sich mit ihrer Mischung aus Leidenschaft, Klang und Botschaft verdient an die Spitze gespielt. Doch auch die anderen Acts zeigten eindrucksvoll, dass die musikalische Zukunft vielversprechend klingt – ganz gleich, ob leise und poetisch oder laut und kantig. Die Region darf sich auf ein starkes musikalisches Morgen freuen. (nb)