Der neue deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft mittelfristig um 2 Prozent wachsen wird. Die Ökonomen glauben das nicht. Man bleibt skeptisch. Auch wenn es einige Ideen gibt, so scheint man von Expertenseite aber nicht zu 100 Prozent überzeugt.
Service – Experten haben die Prognose von 0,8 Prozent auf 0,1 Prozent gesenkt
Spricht Friedrich Merz vom „Wohlstand für alle“, und vom „Kampf gegen Wachstumsschwäche und Rezession“, dann ist klar: Der neue Bundeskanzler hat Ideen und Pläne, damit Deutschland zu einer „Wachstumslokomotive“ wird. Tatsächlich freuen sich einige Industriebetriebe über einen Anstieg von Bestellungen und es wurden wieder mehr Waren produziert und ins Ausland exportiert, doch seit zwei Jahren befindet sich die Wirtschaft am Boden. Von einem Wirtschaftswachstum ist man weit weg.

Es gibt viele Gründe – doch ganz oben stehen die Energiepreise. Auf wichtigen Absatzmärkten gibt es zudem eine immer größer werdende Konkurrenz. Auch hat sich die Industrie in den letzten Jahren verändert. Deutschland ist in vielen Bereichen nicht mitgekommen. Ein gutes Beispiel, das zum Teil auch erklärt, wie Deutschland tickt: Während die Zahl der Online Casinos, die das Live Casino anbieten, immer größer wird, da das Interesse daran steigt, hat sich Deutschland dafür entschieden, den Live Bereich zu verbieten. Über https://de.pokerstrategy.com/poker/beste-poker-seiten/ findet man jedoch einige Anbieter, die ohne deutsche Lizenz operieren und daher auch Live Casino zur Verfügung stellen – vor allem mit Blick auf Poker. Aufgrund der EU Dienstleistungsfreiheit dürfen jene Anbieter auch ihre Dienste in Deutschland ohne deutsche Lizenz zur Verfügung stellen. Leider ist das ein Sinnbild für in Deutschland getroffene Entscheidungen: Man entscheidet sich oft gegen neuartige Entwicklungen und verliert dann relativ bald den Anschluss.
Aber hausgemachte Probleme gibt es auch mit Blick auf die lähmende Bürokratie und eine marode Infrastruktur. Zudem fehlt es in vielen Branchen an Innovationsanreizen. Die Prognosen sind auch nicht gerade rosig: 2025 wird die Wirtschaft in Deutschland wohl so schwach wie in keinem anderen entwickelten Staat sein. Davon geht zumindest die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – OECD – aus. Auch einige Wirtschaftsforschungsinstitute sind skeptisch. Vor kurzem hat man die Wachstumserwartungen gesenkt noch einmal nach unten korrigiert – anfangs hat man noch damit gerechnet, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent steigen wird, aktuell glaubt man an ein Wachstum von 0,1 Prozent.
Was passiert, wenn die Babyboomer in Rente gehen?
„Das Wirtschaftswachstum in Deutschland soll wieder ansteigen, mittelfristig auf jährlich mindestens zwei Prozent“, so Friedrich Merz im Zuge des Wahlkampfs. Im Koalitionsvertrag steht nun folgendes: „Unser Ziel ist es, das Potenzialwachstum wieder auf deutlich über ein Prozent zu erhöhen“. Skeptisch sind die Ökonomen. „Zwei Prozent Wirtschaftswachstum wird es in den kommenden Jahren kaum geben“, ist Carsten Brzeski, Ökonom von der ING Bank, überzeugt. Es fehle an Investitionen aus der privaten Wirtschaft und dem öffentlichen Bereich, zudem würde auch die Produktivität in vielen Betrieben zu wünschen übrig lassen.
Zudem geht es auch um den demografischen Wandel. Denn in den nächsten Jahren werden vor allem die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, in Rente gehen und eine Lücke am Arbeitsmarkt hinterlassen. Es gehe, so der Ökonom, nicht mehr um einen Fach- und Führungskräftemangel, sondern um einen allgemeinen Arbeitskräftemangel. Das hat dann natürlich Auswirkungen auf die Produktion sowie auf die ganze Dienstleistungsbranche.
Maßnahmen können Monate dauern, bis sie wirken
Die Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2024 um 0,2 Prozent gesunken. In den USA ist sie im selben Zeitraum um 2,8 Prozent gestiegen. In China konnte ein Wachstum von rund 5 Prozent verbucht werden. „Zu unterschiedlich sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, so Brzeski, der solche Vergleiche nicht ganz ernst nehmen will. Dennoch: Anderen Ländern geht es wesentlich besser als Deutschland.
Die neue Regierung plant Investitionen in Klimaschutz, Verteidigung sowie in die Infrastruktur. All das können positive Impulse sein. Vor allem werden in diesen Bereichen Arbeitsplätze geschaffen und daher kommt es automatisch zum Wachstum. Jedoch darf man nicht glauben, dass man einen Hebel umlegt und dann alles wieder im grünen Bereich ist. Der Ökonom der ING weiß, dass es Monate dauern kann, bis die eine oder andere Maßnahme greift. (opm)



