Eine Fraktionssitzung, wie man sie nicht alle Tage erlebt: Im Rahmen der Viersener Demokratiewoche hat die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/Die Grünen ihre Türen – und diesmal auch ihre Dächer – geöffnet.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Martin Häming
Viersen – Statt im Parteibüro an der Hauptstraße tagten die Kommunalpolitikerinnen und -politiker unter freiem Himmel auf dem Sparkassenvorplatz in Alt-Viersen. Ziel war es, Demokratie nicht nur zu diskutieren, sondern greifbar und erfahrbar zu machen. Der öffentliche Raum wurde zum politischen Forum, Passanten wurden zu Zuhörer*innen, einige auch zu Mitgestaltenden. „Demokratie gehört nicht hinter verschlossenen Türen – sie lebt vom Austausch, vom Zuhören, vom Mitmachen“, erklärte Maja Roth-Schmidt, Sprecherin der Grünen Fraktion und Bürgermeisterkandidatin. Mit dem Schritt, die Fraktionssitzung nach draußen zu verlegen, setzten die Grünen ein Zeichen für Transparenz, Offenheit und Bürgernähe.

Im Zentrum standen die kommunalpolitischen Themen der Woche: Von der Nachbereitung aktueller Ausschusssitzungen bis zur Vorbereitung auf kommende Stadtratstermine reichte das Spektrum. Auch aktuelle Entwicklungen wie die Novelle des Rettungsdienstgesetzes wurden offen besprochen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten nicht nur zuhören, sondern auch mitdiskutieren – ein Angebot, das dankbar angenommen wurde.
Die ungewöhnliche Sitzung ist Teil eines breiten Programms der ersten Viersener Demokratie-Woche, die zahlreiche Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungsformate bietet. Organisiert vom Demokratie-Netzwerk Viersen verfolgt sie das Ziel demokratische Prozesse zu öffnen, Vertrauen zu stärken und Räume des Austauschs zu schaffen.
Mit der öffentlichen Fraktionssitzung zeigten die Grünen, wie lebendig Demokratie aussehen kann – mitten auf dem Platz, mitten in der Stadt, mitten unter den Menschen. Ein Impuls, der nicht nur Symbolcharakter hatte, sondern ein echtes Stück gelebter politischer Kultur darstellte. (cs)





