Ein Abend, wie aus einer Zeitkapsel: voller Neonfarben, Synthesizer-Beats und musikalischer Leidenschaft.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Rita Stertz
Viersen – Beim Open Air am Hohen Busch drehte sich am Freitagabend alles um Schulterpolster, Schweißbänder und vor allem die legendären Klänge eines ganzen Jahrzehnts. Die „80s Reloaded Show“ brachte die Besucher:innen auf eine unvergessliche Zeitreise durch das lauteste, schillerndste und wohl emotionalste Musikjahrzehnt der Popgeschichte.

Veranstaltet von der neuen Kreativ-Allianz aus der Stadt Viersen sowie den Agenturen „terz machen“ und „VLIP“, bewies das Open Air am Hohen Busch einmal mehr, dass es mehr ist als nur ein Konzert – es ist ein Erlebnis. Nach vier erfolgreichen Konzerten der Vierfalt-Sommerbühne ging das Spektakel nun mit der 80er-Show in die nächste Runde – energiegeladen, tanzbar und voller Herzblut.
Schon zu Beginn des Abends heizten die DJ-Veteranen Budda und Wombel dem Publikum mit einem furiosen Set ein. Mit Plattenkisten voller musikalischer Schätze katapultierten sie die Menge in eine Ära, in der Musikvideos gerade erst MTV-Geschichte schrieben und der Walkman das ultimative Statussymbol war.

Der musikalische Höhepunkt des Abends kam mit BOOSTER – einer der erfahrensten und beliebtesten Coverbands der Region. Die Mönchengladbacher Musiker hatten für diesen Anlass ein exklusives 80s-Set zusammengestellt und begeisterten mit ihrer Professionalität, Leidenschaft und Bühnenpräsenz. Sänger René Pütz und Sängerin Chris Schmitt (auch als Duo Delta-Mouse aktiv) führten das Publikum charismatisch durch das Programm – stimmlich kraftvoll, emotional und stets mit einem Augenzwinkern.
Mit über 2500 Konzerten auf dem Buckel bewies BOOSTER erneut, warum sie zu den Highlights der deutschen Live-Szene zählen. Songs wie „Just Can’t Get Enough“ von Depeche Mode, „Boys Don’t Cry“ von The Cure oder „In the Air Tonight“ von Phil Collins ließen die Menge singen, tanzen und träumen. Die Hymne „Ich liebe dich“ von Clowns & Helden sorgte für Gänsehaut, während bei „Enjoy the Silence“ die komplette Wiese zum Chor wurde. Gänzlich in den Bann zog der zweite Set-Höhepunkt mit „Purple Rain“, der inmitten von gedämmtem Licht und hunderten leuchtender Handys einen emotionalen Stern setzte.

Rund um die Live-Sets sorgten DJ Budda und DJ Wombel dafür, dass keine Pause zur Flaute wurde. Mit House, Funk, Hip-Hop, NDW und Pop von damals machten sie den Abend zu einer nahtlosen Reise durch das bunte Kaleidoskop der 80er. Ob „Back in Black“, „I Wanna Dance With Somebody“, „Fight For Your Right“ oder die ewigen Sweet Dreams – jeder Track traf den Nerv der Zeit und der Zuhörer:innen. Besonders auffällig war die generationsübergreifende Begeisterung. Neben eingefleischten 80s-Fans standen junge Festivalbesucher:innen und neugierige Erstbesucher:innen Schulter an Schulter vor der Bühne – vereint im Takt einer Ära, die wie keine andere Emotion und Exzess verband.
Die „80s Reloaded Show“ war nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch eine Hommage an das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Mit kreativer Liebe zum Detail, einer beeindruckenden Technik-Inszenierung und echtem Bühnenherzblut setzte die Veranstaltergemeinschaft ein Ausrufezeichen für den Festivalsommer in Viersen. Oh ja, wer dabei war, hat getanzt, gesungen, gelacht – und vielleicht ein paar Tränen verdrückt. Wer es verpasst hat, sollte sich den nächsten Termin am Hohen Busch ganz dick im Kalender markieren. Denn eines ist sicher: Die 80er leben – und sie leben laut! Don’t stop believin’ – Viersen hat’s vorgemacht. (nb)





