Schon der Weg dorthin ist kündigendes Vorspiel: Am nördlichen Rand von Triberg, unübersehbar von der Bundesstraße B33, erhebt sich ein Schwarzwaldhaus, wie es nur in wenigen Träumen entstehen könnte – oder eben in einem Uhrenpark. Mehr als nur Attraktion, mehr als Monument, mehr als Uhr – die weltgrößte Kuckucksuhr steht in Schonachbach 27, Eble Uhren-Park GmbH, 78098 Triberg im Schwarzwald – und mit jedem Schlag der Stunde erzählt sie von Handwerk, Ehrgeiz und Zeit.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker
Reisen – Wenn man sich nähert, fällt als Erstes das Pendel ins Auge: stolze acht Meter lang, ein Giant-Taktgeber, der sanft schwingt und das Herzstück dieses Unikats ist. Direkt daneben: ein Räderwerk, im Maßstab 60:1 nach einem klassischen Schwarzwalder Originaluhrwerk gefertigt, mit einem Durchmesser von 2,60 Metern und einem Gesamtgewicht von sechs Tonnen.
Der Kuckuck selbst, aus Holz geschnitzt und handbemalt, misst circa 4,50 Meter, bringt rund 150 Kilogramm auf die Waage. Ebenso beeindruckend: das Uhrwerk in seinem Innenleben, begehbar über eigens angelegte Wege, Fenster und Treppen – man sieht Zahnräder, Rädchen, Gelenke, sieht und hört den Kuckuck zur halben und vollen Stunde, wie er aus seinem Häuschen tritt und ruft.

Man braucht Zeit, um alle Dimensionen aufzunehmen. Die vollständige Einzelanfertigung dauerte fünf Jahre; kein Bauteil entstammt serieller Massenproduktion. Die Eble Uhren-Park GmbH hat dieses Meisterwerk mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.
Im Inneren, hinter den Fassaden, entfaltet sich eine inszenierte Technik‐Show: ein großes Getriebe, überdimensional leise, doch kraftvoll. Zwei riesige Gewichte, die wie überlebensgroße Tannenzapfen aussehen, sorgen dafür, dass alles rein mechanisch funktioniert – ganz wie bei den kleinen Wanduhren, nur eben in gigantischer Form.
Wer hereinkommt, steht zuerst in einem Raum von über 1000 Quadratmetern, in dem Uhren verschiedenster Art aufgestellt sind – Standuhren, Wanduhren, Original Kuckucksuhren, Souvenirs. Der Park verbindet die riesige Kuckucksuhr mit handwerklicher Tradition und touristischem Erlebnis.
Zu den technischen Eckdaten: das Räderwerk wiegt ca. 6 Tonnen, Pendel: 8 Meter Länge, Kuckuck selber: etwa 150 kg; Raddurchmesser: 2,60 m. Der Nachbau des Uhrwerks misst 4,5 × 4,5 Meter. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei ungefähr 2 Euro bis 3 Euro, Kinder bis etwa 10 Jahre meist frei. Gruppentarife möglich.
Besucher dürfen die Uhr von innen und außen erleben. Führungen gibt es; und wer Glück hat, erlebt den Moment, wenn der Kuckuck um die Ecke huscht, sich erhebt, und den Hof öffnet zur vollen Stunde. Dann schlägt das Herz der Uhr, dann wird sichtbar, was bisher nur als große Form wahrgenommen war. Viele Sprachen werden angeboten, so dass auch internationale Gäste, egal ob Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch oder Chinesisch, verstehen, wie alles funktioniert.
Über die Öffnungszeiten lohnt sich ein Blick auf die Seite des Uhren-Parks – je nach Saison ändern sich die Zeiten. Wichtig: Letzter Einlass zur Besichtigung der weltgrößten Kuckucksuhr ist jeweils 30 Minuten vor Geschäftsschluss. Parkplätze in der Nähe vorhanden. (nb)





