Spatenstich für nachhaltiges Logistikprojekt setzt Zeichen für Zukunft und Kreislaufwirtschaft in Mackenstein

Wo früher Ziegel und Tonwaren produziert wurden, wird bald moderne Logistik betrieben – energieeffizient, fossilfrei und mit Blick auf Nachhaltigkeit. Am Donnerstag setzte die Kölner Aconlog Projektentwicklung GmbH gemeinsam mit rund 50 Gästen den symbolischen ersten Spatenstich für ein neues Logistikzentrum im Viersener Gewerbegebiet Mackenstein.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Viersen-Dülken – Vertreter der Stadt Viersen, darunter der Beigeordnete Ertunç Deniz und Axel Süßbrich, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, feierten den Baustart gemeinsam mit Projektpartnern wie dem Generalunternehmer LIST Bau, dem Abbruchunternehmen Heermann sowie dem Projektsteuerer Tricer Management. Für Aconlog ist es nach Projekten in Kerpen und anderen Standorten ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung moderner Logistikimmobilien auf revitalisierten Flächen.

Das Areal am Industriering 21–23 umfasst rund 30.600 Quadratmeter. Bis zum zweiten Quartal 2026 sollen dort zwei Einheiten mit insgesamt 16.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstehen. Die Hallen mit einer lichten Höhe von 12,20 Metern bieten laut Aconlog-Architekt André Büth-Stracke „flexible Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen aus Handel, Light Industrial und Logistik“. Insgesamt entsteht eine Gesamtlagerfläche von rund 17.000 Quadratmetern inklusive Mezzanine.

V.l.n.r. André Büth-Stracke (Aconlog), Matthias Rubbert (BNP), Oliver Blüher (Aconlog), Ertunç Deniz (Stadt Viersen) und Andreas Brockhaus (LIST Bau). Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Die Baugenehmigung wurde von der Stadt Viersen innerhalb von nur sechs Monaten erteilt. „Wir freuen uns, dass Aconlog in Viersen investiert und die Bauarbeiten pünktlich starten konnten“, betonte Axel Süßbrich. „Die Zusammenarbeit zwischen unserem Fachbereich Bauordnung und dem Projektteam von Aconlog verlief offen und konstruktiv, sodass das Projekt planmäßig umgesetzt werden kann.“

Bereits Anfang Oktober begannen die Erdarbeiten. Zuvor hatte das Abbruchunternehmen Heermann das Bestandsgebäude der ehemaligen Tonwarenfabrik zwischen März und Juli 2025 zurückgebaut. Die Übergabe des Baufeldes an den Generalunternehmer LIST Bau erfolgte im Juli. Geschäftsführer Andreas Brockhaus lobte beim Spatenstich die erneute Kooperation: „Nach unserem erfolgreichen Projekt in Kerpen ist es großartig, erneut mit Aconlog zusammenzuarbeiten. Wir freuen uns auf eine sichere, unfallfreie Bauphase sowie die erfolgreiche Umsetzung für alle Beteiligten.“

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der nachhaltigen Verwertung des Altbestands. Laut Aconlog-Geschäftsführer Oliver Blüher wurden „weit über 90 Prozent der Materialien verwertet, wodurch eine beeindruckende Recyclingquote erzielt und ein weiterer Beitrag zur Kreislaufwirtschaft erbracht wurde“. Insgesamt konnten 790 Tonnen Eisen und Stahl recycelt, 800 Tonnen Ziegel und Tonwaren sortenrein aufbereitet und für die Weiterverwendung – etwa auf Tennis- oder Sportplätzen – genutzt werden. Zudem entstanden 8.600 Tonnen RCL-Material, die für neue Bauprojekte aufbereitet und geprüft wurden.

„Dieser Neubau ist mehr als nur eine Erweiterung der Infrastruktur er ist ein Bekenntnis zur Innovationskraft, zur Wettbewerbsfähigkeit und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Durch die moderne Logistiklösung werden Sie nicht nur effizientere Abläufe ermöglichen, sondern auch die Grundlage für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und regionale Zusammenarbeit legen“, so Ertunç Deniz. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Doch nicht nur beim Rückbau, auch in der künftigen Nutzung setzt das Projekt Maßstäbe. Das neue Logistikzentrum wird vollständig fossilfrei beheizt – mit einem auf dem Dach installierten Wärmepumpen-System. Ergänzt wird dies durch eine großflächige Photovoltaikanlage mit einer geplanten Leistung von 1.400 kVA, die jährlich etwa 1,3 Millionen kWh Strom produzieren soll – genug, um rund 400 Haushalte zu versorgen.

„Mit der energieeffizienten Nutzung von Dachflächen und einer nachhaltigen Stromversorgung wollen wir einen Beitrag zur Energiewende leisten“, erklärte Oliver Blüher. Die Anlage wird von der Greenolog GmbH realisiert, einem im September 2025 gegründeten Joint Venture zwischen Aconlog und der Greenopeak GmbH. Greenolog bündelt die Kompetenzen beider Partner, um großflächige Dachanlagen auf Industrie- und Logistikimmobilien umzusetzen – darunter auch das Schwesterprojekt in Kerpen, das bereits 800 kWp und 750.000 kWh Jahresleistung erzielt.

Foto: Aconlog / Fotograf Krischer

Zur Ausstattung gehören außerdem E-Ladesäulen für Pkw und Fahrräder, eine Versickerung von Regenwasser zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft sowie ein Biodiversitätskonzept zur Förderung von Flora und Fauna auf dem Gelände.

Die Vermarktung der beiden Einheiten ist bereits gestartet, federführend durch BNP Paribas Real Estate, Büro Düsseldorf. Deren Vertreter Matthias Rubbert war ebenfalls vor Ort, um den Startschuss mitzuerleben. Für die Stadt Viersen ist das Projekt ein bedeutendes Signal: Es zeigt, wie sich Industrieflächen aus der Vergangenheit zu nachhaltigen Wirtschaftsstandorten der Zukunft wandeln lassen – mit kurzen Wegen, moderner Infrastruktur und einem hohen Maß an ökologischem Bewusstsein.

Aconlog, 2020 in Köln gegründet, hat sich innerhalb von nur fünf Jahren zu einem regional etablierten Spezialisten für Industrie- und Logistikimmobilien entwickelt. Das Unternehmen konzentriert sich auf Brownfield-Entwicklungen – also die Revitalisierung bereits genutzter Flächen – und hat bisher neun Projekte abgeschlossen, ein weiteres befindet sich in Realisierung. (nb)

Visualisierung des Aconlog Logistik-Neubaus im Industriering 21-23 in Mackenstein. Foto: Aconlog