Op d’r Rickhof wor et wedder propper voll

Wenn auf dem Rickhof an Vatertag die Bierbänke voll besetzt sind und zwischen Pferdekoppeln, Musik und Grillduft wieder überall „Jode Laune“ zu hören ist, dann gehört das für viele Besucher inzwischen fest zum Feiertag am Niederrhein. Auch in diesem Jahr erwies sich die Veranstaltung auf dem Gestüt Rickhof einmal mehr als Publikumsmagnet; trotz eines Wetters, das den Gästen zunächst einige „Rejenschüer“ bescherte.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen und Martin Häming

Viersen-Dülken – Bereits zur Öffnung am Morgen strömten zahlreiche Besucher auf das Gelände auf dem Bistard. Viele kamen zu Fuß oder mit dem Fahrrad aus Dülken und den umliegenden Ortsteilen, manche bereits seit Jahren regelmäßig. Zwischen rustikaler Hofatmosphäre, langen Tischreihen und lockeren Gesprächen entwickelte sich früh jene entspannte Stimmung, die am Niederrhein gerne mit „et is widder wie fröher“ beschrieben wird.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Wetterprognosen hatten im Vorfeld für Unsicherheit gesorgt. Tatsächlich blieb es zunächst wechselhaft, immer wieder gingen kurze Schauer nieder. Doch weder die Musik noch die Feierlaune litten darunter. Unter Pavillons und in den überdachten Bereichen wurde weitergeschunkelt, gelacht und angestoßen. „Doa kann noch wat von bovve komme, gefiert wött trozdem“, meinte ein Besucher augenzwinkernd.

Im Laufe des Nachmittags zeigte sich schließlich zunehmend die Sonne, und mit den trockeneren Stunden füllte sich auch der Außenbereich des Gestüts immer stärker. Bis in die frühen Abendstunden herrschte reger Betrieb auf dem Hof. Besonders die musikalische Begleitung trug zur ausgelassenen Atmosphäre bei. Die Band Fine sorgte mit ihrem Liveprogramm für Stimmung, während DJ Chris in den Spielpausen nahtlos übernahm und die Feier am Laufen hielt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Dass sich die Vatertagsveranstaltung auf dem Rickhof längst etabliert hat, zeigt nicht zuletzt ihre Geschichte. Seit zehn Jahren gehört das Fest zum lokalen Veranstaltungskalender, auch wenn es aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich Unterbrechungen gab. In diesem Jahr wurde bereits zum achten Mal gefeiert.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Abseits solcher Großveranstaltungen ist das Gestüt Rickhof vor allem als traditionsreicher Pferdezuchtbetrieb bekannt. Bereits in dritter Generation werden dort Dressurpferde gezüchtet, seit einigen Jahren zudem Deutsche Reitponys. Besonderen Wert legt der Betrieb nach eigenen Angaben auf Charakter, Rittigkeit und sportliche Veranlagung der Tiere. Die Auswahl der Hengste orientiere sich bewusst nicht allein an kurzfristigen Trends oder Höchstbewertungen, sondern daran, ob die Pferde sich auch in Ausbildung und Alltag bewähren.

Mit dem Bau einer neuen Hengststation im Jahr 2019 wurde das Angebot des Gestüts erweitert. Heute stehen dort Hengste mit sportlicher Qualität und ausgeglichenem Interieur zur Verfügung. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming