Antibiotika in der Tierhaltung – Bessere Datenerfassung, weniger Resistenzen

Die Datenerfassung zur Antibiotikaverwendung bei Nutztieren wird neu geregelt. Ziel ist der umsichtigere Einsatz von Antibiotika und damit die Vermeidung von Antibiotikaresistenzen. Der Bundesrat hat der entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt. Das Tierarzneimittelgesetz soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Tierwelt – Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den wirkstoff- und anwendungsbezogenen Antibiotikaeinsatz in landwirtschaftlichen Betrieben zu erfassen und zu senken. Mit Änderungen im Tierarzneimittelgesetz, die der Bundesrat nun beschlossen hat, wird ein wichtiger Schritt dazu gegangen.

Zudem wird mit den Regelungen EU-Recht durchgesetzt. Demnach müssen Mitgliedstaaten ab 2024 jährlich umfassende Daten zur Anwendung von Antibiotika bei Tieren an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) übermitteln.

Antibiotika-Minimierungskonzept wird erweitert

Mit den beschlossenen Änderungen wird das nationale Antibiotika-Minimierungskonzept aktualisiert und erweitert. Unter anderem diese Änderungen werden vorgenommen:

  • Erstmals wird ein Reduktionsziel für Antibiotika verankert. Das Ziel von minus 50 Prozent für Antibiotika entspricht der Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Kommission für ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem.
  • Das derzeit ausschließlich für den Bereich der Tiermast geltende Minimierungskonzept soll künftig auch Betriebe mit diesen Tieren einbeziehen: Milchkühe, Kälber, die nicht im Haltungsbetrieb geboren sind, Jung- und Legehennen und Sauen mit Saugferkeln.
  • Die  zuständigen Überwachungsbehörden werden gestärkt: Die Behörden vor Ort sind künftig gesetzlich verpflichtet, Anordnungen und Maßnahmen zu treffen, wenn dies zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in einem tierhaltenden Betrieb erforderlich ist.
  • Für Antibiotika, die aufgrund ihrer therapeutischen Relevanz eine kritische Bedeutung haben (Colistin, Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation) soll es einen Wichtungsfaktor geben. Für Tierärzte und Tierhalter wird damit das Signal gesetzt, die Anwendung dieser Antibiotika mit kritischer Bedeutung auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren.
  • Im Hinblick auf Colistin werden die Weichen für striktere nationale Regelungen gestellt, indem Klarstellungen in der Ermächtigungsgrundlage vorgenommen werden.

Aktuelle Zahlen zum Antibiotikaeinsatz

Die Notwendigkeit der Nachschärfung des geltenden Antibiotika-Minimierungskonzepts wird durch die Ende Dezember 2022 vorgelegten Zahlen des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) unterstrichen.

Das BfR konnte einerseits feststellen, dass 2021 im Vergleich zu 2017 bei Masttieren ein Rückgang des Antibiotikaeinsatzes um 18 Prozent zu verzeichnen war. Es wurden 78 Tonnen weniger Antibiotika eingesetzt. Der rückläufige Trend konnte auch bei den für Behandlungen des Menschen besonders wichtigen Antibiotika festgestellt werden.

Zugleich zeigten die Zahlen, dass zwar bei Betrieben, die Mastferkel, Mastschweine, Mastrinder oder Mastputen halten, die Therapiehäufigkeit zurückgegangen ist, bei Masthühnern jedoch ein Anstieg zu verzeichnen war. Die Auswertung ergab zudem, dass bei Masthühnern und Mastputen Colistin auch weiterhin sehr hoch dosiert eingesetzt wird.

Umbau der Nutztierhaltung notwendig

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir treibt den Umbau der Nutztierhaltung voran. Eine artgerechtere und damit auch nachhaltigere Tierhaltung ist ein zentrales Element, um die Anwendung von Antibiotika bei Tieren zu verringern.

Das Gesamtvorhaben zukunftsfeste Tierhaltung umfasst vier zentrale Bausteine. Dabei handelt es sich um eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung, ein Förderkonzept für den Umbau der Ställe, inklusive einer langfristigen Perspektive für die Betriebe, bessere Regelungen im Tierschutzrecht und Anpassungen im Bau- und Genehmigungsrecht.

Im Oktober 2022 wurde der von Minister Özdemir vorgelegte Entwurf zum neuen Tierhaltungskennzeichen im Bundeskabinett beschlossen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen, wie ein Tier in landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland gehalten wurde.

Das BMEL setzt sich außerdem auf EU-Ebene dafür ein, weitergehende europaweite Restriktionen für die Antibiotika-Anwendung bei Tieren vorzusehen. (opm)

Ein Kommentar

  1. Was heißt Tiermittelgesetz wird neu Geregelt?
    Herr Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, sie könnten einem die Galle überlaufen lassen.
    Sie der nicht weißt was läuft ist auch noch Minister für Agrarproduktion. Die Landwirte werden immer. weniger. Wir Menschen auf der Welt verdoppeln sich ständig. Wir haben auf der Welt nicht genug zu Essen und zu Trinken.
    Immer mehr Flüchtlinge Weltweit die ein besseres Leben suchen und für Familie mehr eine sichere Zukunft haben wollen, was als Selbstverständlich Anzusehen ist.
    Durch den Egoismus die der Mensch mit der Gene erhalten hat und die Habgier dazu, sind viele Sachen auf den Erdteilen nicht vorhanden.
    Wir werden durch die Abholzungen Steppen bekommen und da können wir technisch machen was wir wollen, der Klimawandel ist da und nicht mehr Aufhaltbar.
    Nun müssen wir nur sehen, wie man Gerecht alles aufteilt.
    Hier gehören andere Überlegungen her, Herr Cem Özdemir. Eventuell in anderen Staaten fruchtbare Böden um Äcker zu machen und Familienplanung etwas gezielter den Familien Erkläre um das eine so hohe Bevölkerungsdichte überall Spannungen bringt weil die vorgegebenen Ressourcen in allen Variationen nicht gegeben sind und man von einer Schwierigkeit zur anderen Schaukelt.
    Das jeder Erdteil andere Esskulturen hat ist selbstverständlich und auch toll.
    Wenn durch den Ruf der Mama und dann noch Krieg und Unruhen immer mehr Flüchtige uns aufsuchen, werden die Ressourcen weniger, und nun muss der Landwirt Arbeiten um das er Fleisch und Milch so auch Obst und Gemüse Anbaut, und immer mehr Zuchtvieh hält, um den Bedarf zu decken zu vernünftigen Preisen.
    Hier müssen andere Prioritäten her. Da verstehen Sie als Grüner nichts von.
    wenn wir keine Schweine hätten und diese nicht Essen würden, dann hätten wir bald schon eine Hungersnot. Sicher ich habe nichts gegen Vegetarier, aber wie kann man Schwimmmeister werden, wenn man nur Sandkraulen kann? Sicher der Rettungsring hängt in jedem Schwimmbad,
    Sobald man größere Herden hält, um die Bedürfnisse stillen zu können, kommen auch schneller Krankheiten bei der Masthaltung. Ist kein Antibiotika vorhanden, verreckt das Vieh! Dann macht der Landwirt ein saftiges Minus und der Handel bekommt weniger Fleisch.
    Tierarzneimittelgesetz zwecks Minimierungskonzept Antibiotika neu aktualisiert und erweitert.
    Tiermastbetriebe wie Milchkühe, Kälber, Jung- und Legehennen, und Sauen und Sauferkel hier sollen Überwachungsbehörden feststellen und sind gesetzlich verpflichtet, Anordnungen und Maßnahmen zu treffen, Verringerung der Antibiotikaeinsatzes in tierhaltungsbetriebe zu minimieren.
    Und nun müssen Sie mich noch Beraten, wie eine Hausfrau an der Theke im Supermarkt feststellen kann, wie der Ballen Mett, 1KG schwer wo er groß geworden ist und wie die Haltung war?
    Oder das Stück Fleisch wo es her kommt und wie die Haltung war?
    Das ist eine Nummer für die Bütt. Habe das Versucht zu lösen?
    Fast Unmöglich.
    Was ist wenn Sie wie es Franz Josef Strauß gemacht hat, zu Eröffnung zu den Oktoberfest ging und ein Maß Bier trank und dabei ein Eisbein zu sich nahm, das alles waren Erzeugnisse die unsere Landwirte ( Bauern ) erzeugen und der Landwirtschaftsminister das Volk zeigte das dies unsere eigen Produkte sind, die Gesund und gut sind. Das waren Politiker die Repräsentieren konnten.

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