Schon beim Betreten der Rockschicht war klar: Dieser Abend würde kein leiser werden. Dicht gedrängtes Publikum, erwartungsvolle Gesichter – und dann ein Sound, der den Raum vom ersten Akkord an füllte. Boobylicious, die Rockcoverband aus Viersen, verwandelte den Club am 23. Dezember in einen brodelnden Treffpunkt für Rockfans mehrerer Generationen.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler und Martin Häming
Viersen – Mit einer kraftvollen Mischung aus druckvollen Gitarren, treibendem Schlagzeug und markantem Gesang spannte die Band einen weiten musikalischen Bogen. Die Setlist führte durch rund vier Jahrzehnte Rockgeschichte: Green Day traf auf U2, Alter Bridge auf die Red Hot Chili Peppers, Linkin Park auf Disturbed, Depeche Mode auf Biffy Clyro. Kaum ein Song, der nicht sofort erkannt, mitgesungen oder tanzend gefeiert wurde. Vor der Bühne entstand von Beginn an eine ausgelassene, beinahe familiäre Atmosphäre – Rockmusik als gemeinsamer Nenner.

Dass der Sound dabei so präzise und zugleich leidenschaftlich wirkte, ist kein Zufall. Boobylicious bestehen aus fünf Musikern mit jahrelanger professioneller Erfahrung. Gitarrist Dennis Hormes stand bereits mit Acts wie The Boss Hoss, Fettes Brot oder DJ Bobo auf der Bühne. Bassist Malte Winter ist unter anderem aus dem „Starlight Express“ in Bochum bekannt und seit Jahren als Berufsmusiker gefragt. Frontmann Marcel Römer bringt neben zahlreichen Coverprojekten auch Erfahrung aus der Metalband Aeverium sowie als Sub-Sänger bei Heavysaurus mit. Am Schlagzeug sorgt Dominik Michel, der sowohl im Jazz als auch im Rock zuhause ist, für den nötigen Druck, während Keyboarder Frank Röllen – seit seiner Kindheit an den Tasten und mit mehr als 1000 absolvierten Konzerten – dem Sound zusätzliche Tiefe verleiht.

Inhaltlich zeigte die Band, warum sie gerne augenzwinkernd als „neue Generation Oldie-Band“ bezeichnet wird. Songs wie „Basket Case“ oder „Killing In The Name“ sind längst über 30 Jahre alt, wirken live aber alles andere als angestaubt. Dazu kamen rockig interpretierte 80er-Hits wie „Like A Prayer“, „Dancing With Tears In My Eyes“ oder „Boys Of Summer“ sowie Klassiker und Hymnen aus den 90er- und 2000er-Jahren von Foo Fighters, Papa Roach oder Muse – genau jene Musik, die einst Clubnächte und Festivalwiesen geprägt hat.
Für einen nahtlosen Übergang zwischen Konzert und Party sorgte DJ Wombel. Mit seinem Gespür für den richtigen Song zur richtigen Zeit hielt er die Stimmung bereits vor dem Auftritt hoch, begleitete die Pausen und verlängerte den Abend mit einer Aftershow-Session bis in die späten Stunden. Am Ende blieb der Eindruck eines rundum gelungenen Rockabends: laut, energiegeladen und voller Details, die zeigten, wie viel Spielfreude in dieser Band steckt. Boobylicious bewiesen einmal mehr, warum sie seit 1999 zu den festen Größen der Rockcover-Szene in NRW zählen. (sk)





