Corona: Hausbesuche von Friseuren, Fußpflege und Kosmetik kommen teuer zu stehen

Die Meldungen häufen sich, dass Kunden privat bei Friseuren oder Nagelpflegestudios anrufen und um einen Hausbesuch bitten. Doch diese sind zurzeit nicht nur verboten um die #Coronaausbreitung einzudämmen, ein Verstoß wird mit mindestens 1.000 Euro geahndet.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

NRW/Kommentar – Noch immer scheint nicht bis zu jedem durchgedrungen zu sein, wie gefährlich die Ansteckung mit den Corona-Viren sein kann und noch immer sprechen einige von Fake-Nachrichten, während sie ganz selbstverständlich ihren Friseur zu einem Hausbesuch bitten. Doch einen Friseurbesuch wird es in Nordrhein-Westfalen bis mindestens 19.04.2020 nicht geben. So lange? Ja! Denn Kanzlerin Angela Merkel sprach in ihrer Rede von einer mindestens zweiwöchigen Kontaktsperre. Wie lange genau, darüber entscheidet das jeweilige Bundesland. In NRW ist diese Kontaktsperre bis zunächst 19.04.2020 vorgegeben, ebenfalls eine Verlängerung ist nicht abwegig.

In dem in dieser Woche in Kraft getretenen Erlass heißt es zudem: „Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann (insbesondere von Friseuren, Nagelstudios, Tätowierern, Massagesalons), sind untersagt. Therapeutische Berufsausübungen, insbesondere von Physio- und Ergotherapeuten, bleiben gestattet, soweit die medizinische Notwendigkeit der Behandlung durch ärztliches Attest nachgewiesen wird und strenge Schutzmaßnahmen vor Infektionen getroffen werden. Das gleiche gilt für gesundheitsorientierte Handwerksleistungen (Hörgeräteakustiker, Optiker, orthopädischen Schuhmacher etc.), die zur Versorgung der betreffenden Person dringend geboten sind.“

Foto: jackmac34/Pixabay

Dass täglich mehrere Kundinnen bei Sandra T. anrufen, ob sie „mal eben“ die künstlichen Nägel wieder auffüllen kann, trotz Öffnungsverbot, ist für sie völlig unverständlich. Denn diese Kunden gefährden sie und sich selber. Im Friseurgewerbe ist es nicht anders, viele Kunden rufen an und fragen nach Hausbesuchen. Ein Unding, da sind sich die Branchen einig, denn sie möchten so schnell wie möglich ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen und das wird nur gehen, wenn alle die Maßnahmen beachten um die Corona-Ausbreitung einzudämmen.

„Ich hatte sogar eine Kundin, die mich beschimpfte, als ich einen Hausbesuch ablehnte“, schüttelt Nagelfee Sandra T. den Kopf. „Ganz neben der Ansteckungsgefahr vergessen diese Kunden zudem, dass wir unsere Existenzgrundlage gefährden und sogar ein Bußgeld auferlegt werden kann.“ Ein Bußgeld, welches schnell auf einige Tausend Euro anwachsen kann und Kunden sowie Anbieter trifft. Die Erbringung einer zurzeit verbotenen Dienst- oder Handwerksleistung schlägt mit 2.000 Euro laut NRW-Bußgeldkatalog zu Buche, die Nichtbeachtung der Sicherheitsvorkehrungen, z. B. ein Abstand von weniger als 1,5 Meter zum Kunden, lässt die Geldbörse um weitere 1.000 Euro schmelzen und die Leistungserbringung ohne Nachweis der medizinischen Notwendigkeit wird ebenfalls mit 1.000 Euro angesetzt. Wiederholungstäter sind schnell zudem mit 25.000 Euro Bußgeld dabei, spätestens dann dürfte bei den meisten die wirtschaftliche Existenz Vergangenheit sein. Hinzu kommen Bußgelder für den Kunden von mindestens 200 Euro und ein Hausbesuch ist dann nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern ebenfalls extrem teuer.

So schwierig die Situation zurzeit für alle Seiten ist – für die Kunden und für die Geschäftsinhaber. Nur gemeinsam werden wir den Viren ihre Grenzen aufzeigen, damit alle möglichst schnell in ihr normales Leben zurückkehren können. (dt)

Weitere Meldungen finden Sie in unserem Corona-Ticker auf der Startseite des Rheinischen Spiegels!

Ein Kommentar

  1. Schade, dass es immer noch Mitmenschen gibt, denen das Kontaktverbot egal zu sein scheint. Die horrenden Strafen sind zwar gut, aber die sehr mangelhaften (aber nachvollziehbaren) Kontrollen führen das Ganze „ad adsurdum“.
    Wer will die vielen Friseure / Friseurinnen kontrollieren, die jetzt privat schneiden und somit u.a. auch Schwarzarbeit tätigen?
    Wer will das Kontaktverbot kontrollieren, wenn Oma und Opa jetzt regelmäßig gegen jede Vernunft die Enkelkinder betreuen?
    Wer will Menschenansammlungen (mehr als 2 Personen, zumeist jüngere Mitmenschen) kontrollieren, die sich an ihren „Hot Spots“ weiterhin treffen?
    Sogar Bekleidungseinzelhändler bieten jetzt Hauslieferungen / Hausbesuche an!
    Das sind nur Beispiele und ja, ich betone, es ist nur eine Minderheit, die gegen die geltenden Ausnahmeregelungen verstoßen, aber genau diese wenigen, ignoranten Mitmenschen machen mir Angst!

Kommentare sind geschlossen.