Die ehrwürdigen Mauern der Evangelischen Kirche in Lobberich wirkten am vergangenen Montagabend wie ein schützender Mantel, der die Besucherinnen und Besucher in eine stille, fast greifbare Adventsstimmung einhüllte.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Maria Dillikrath
Nettetal-Lobberich – Draußen hing feuchter Winterduft in der Luft, drinnen warteten warme Lichter, gedämpfte Stimmen und der zarte Klang erster Stimmproben auf den offiziellen Beginn: Der Frauenchor der Polizei im Kreis Viersen hatte erneut zu seiner „besinnlichen Stunde im Advent“ eingeladen – und viele waren gekommen, um diesen besonderen Moment der Ruhe mitzuerleben.
Unter der musikalischen Leitung von Christian Wilke nahm der Chor die Gäste Schritt für Schritt mit hinein in die vertraute Welt adventlicher Lieder und Erinnerungen. Noch bevor der erste gemeinsame Ton erklang, stand eine Begrüßung mit herzlichen Worten an – Worte, die die Alltagshektik dieser Wochen spiegelten und zugleich einen klaren Gegenpol setzten. Viele nickten lächelnd, als die lange Liste der typischen To-dos vorgelesen wurde: Geschenke besorgen, Wäsche waschen, einkaufen, putzen, Festessen planen, Plätzchen backen, Karten schreiben und die zahllosen kleinen Aufgaben, die sich wie von allein in die Vorweihnachtszeit schleichen.

Die Atmosphäre im Kirchenschiff wandelte sich spürbar, als die ersten Töne erklangen. Die Stimmen des Chores legten sich warm und klar über das Publikum. Zwischendurch füllten kleine Pausen den Raum – Momente, in denen die Besucher die besondere Stille bewusst wahrnehmen konnten, jene Stille, die in dieser Jahreszeit viel zu selten geworden ist. Die Auswahl der Stücke traf das Weihnachtsgefühl vieler Gäste: Vertraute Melodien wie „Alle Jahre wieder“, „Leise rieselt der Schnee“, „Oh du fröhliche“, „Kling Glöckchen, klingelingeling“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ erklangen nicht nur vom Chor, sondern dank der verteilten Liederhefte auch von den Besucherinnen und Besuchern selbst.
Es waren Augenblicke, die Erinnerungen an Kindheitstage weckten – an warme Stuben, an flackernde Kerzen und die gespannte Vorfreude auf Weihnachten. Manche sangen leise, manche kräftig, manche schlossen einfach die Augen und lauschten. Wilke führte seinen Chor dabei mit feinem Gespür für Dynamik und Stimmung, ließ die Stimmen strahlen, zurücktreten, schweben oder kraftvoll aufblühen. Immer wieder schien ein unsichtbares Band zwischen Chor und Publikum über die Bänke hinweg gespannt zu sein.
Als die letzten Töne langsam verklangen und sich mit dem natürlichen Nachhall der Kirche mischten, herrschte im Raum jene besondere Form von Stille, die nur entsteht, wenn Menschen gemeinsam etwas erlebt haben, das sie berührt hat. Danach lösten sich die Reihen nur langsam auf, während viele noch miteinander sprachen, einander frohe Weihnachten wünschten oder sich nach den Probenzeiten erkundigten.
Der Chor nutzte die Gelegenheit, um interessierte Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen einzuladen: Die Proben finden montags um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Lobberich in der Steegerstraße 39 statt. Wer Fragen hat oder sich unverbindlich informieren möchte, kann sich an Ansprechpartnerin Martina Bayer unter der Nummer 0157/548 781 16 wenden. (cs)





