Der Nikolaus sorgte für leuchtende Kinderaugen in St. Remigius

In sanftem Kerzenschein und begleitet vom gedämpften Murmeln erwartungsvoller Stimmen wurde in der Pfarrkirche St. Remigius am Freitagabend erneut der traditionelle Nikolausbesuch der Stadt Viersen gefeiert.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Viersen – Es ist schon eine gute niederrheinische Tradition, der Besuch des Heiligen Nikolaus in der Kirche St. Remigius am Vorabend eines besonderen Tages. So war es nicht überraschend, dass sich die Reihen der Kirche schnell mit großen, aber vor allen Dingen kleinen Besuchern füllten, die voller fröhlicher Erwartung ihn erwarteten … Ihn, den Nikolaus, der in diesem Jahr wieder von Wolfgang Genenger vertreten wurde, und der in diesem Jahr von zwei besonderen Helfern begleitet wurde.

Es wurde still, ein leises Ah und Oh wehte durch den Kirchenraum, als der Heilige Mann durch den Mittelgang schritt. Nur das leise Rascheln von Winterjacken sowie hier und da ein Kichern war zu hören, ehe die ersten Klänge des Musik-Duos einsetzten. Die Musiker, deren Melodien zwischen den alten Mauern hallten, ließen bekannte Adventslieder erklingen. Die Kinder reckten die Hälse, manche winkten ihm zaghaft, andere strahlten unübersehbar – ein Moment, der die Magie dieses Abends greifbar machte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nach einer kurzen Begrüßung wandte sich Genenger den jüngsten Besucherinnen und Besuchern zu. Er sprach ruhig, beinahe erzählerisch, über das, was die Adventszeit ausmacht: Geduld, Güte, kleine Gesten, die den Alltag heller werden lassen. Aufmerksame Kinderaugen folgten jeder seiner Bewegungen, und an mehreren Stellen nickten sie eifrig, als er sie dazu ermutigte, Freundlichkeit nicht nur in der Vorweihnachtszeit zu zeigen. Doch nicht er alleine erhob das Wort, auch Bürgermeister Christop Hopp hatte sich Zeit für den Besuch genommen.

Für viele Familien wurde im Anschluss das traditionelle Foto mit dem Nikolaus zum Höhepunkt des Abends. Geduldig standen Groß und Klein in einer langen Schlange, die sich durch das Kirchenschiff zog, ohne dass die fröhliche Stimmung je abebbte. Der Nikolaus nahm sich Zeit für jedes Kind, hörte Gedichte und Wünsche an und schenkte jedem eine persönliche Aufmerksamkeit. Bürgermeister Christoph Hopp und Ratsvertreter Furkan Er unterstützten ihn dabei tatkräftig.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Weckmänner, frisch gebacken und liebevoll geformt, stammten wie jedes Jahr aus einer Viersener Bäckerei, deren Spende die Kinderaugen zusätzlich zum Leuchten brachte. Viele der Jüngsten hielten ihren Gebäckmann kaum eine Minute nach Erhalt schon fest an sich gedrückt, manche probierten neugierig die ersten Bissen. Als sich die Reihen langsam lichteten und die letzten Familien den kirchlichen Raum verließen, kündigte der Nikolaus noch einen kurzen Abstecher ins Weihnachtsdorf auf dem Remigiusplatz an. Dort wollte er – so versprach er lächelnd – noch einige Worte mit den Besucherinnen und Besuchern wechseln und die adventliche Stimmung genießen, die sich über den gesamten Platz legte.

Hinter den Kulissen zeigte sich das Team des städtischen Citymanagements sichtlich zufrieden. Die Planung hatte sich gelohnt: Der Ablauf wirkte eingespielt, die Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde harmonierte, und die zahlreichen Helferinnen und Helfer sorgten dafür, dass sich die Gäste zu jeder Zeit gut aufgehoben fühlten. Es war ein Abend, der getragen wurde von Engagement (übrigens am Tag des Ehrenamtes), Tradition und der Freude an einem gemeinsamen Erlebnis. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming