Die schweren Glocken von St. Cornelius läuteten am vergangenen Sonntag lauter als gewöhnlich, als die Türen der altehrwürdigen Kirche in Dülken weit aufgestoßen wurden. Mit einem feierlichen Einzug begann der besondere Gottesdienst, der für die Gemeinde in Dülken und Boisheim einen wichtigen Wendepunkt markiert: Nach einem Jahr der Vakanz hat die Pfarrei wieder einen eigenen Pastor. Roland Klugmann, bereits seit einiger Zeit Pfarrer von St. Remigius in Viersen, wurde offiziell in sein neues Amt eingeführt.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler
Viersen-Dülken – Die Atmosphäre in der Kirche war geprägt von gespannter Erwartung und freudiger Begrüßung. Viele Gemeindemitglieder aus Dülken, Boisheim und Viersen hatten den Weg gefunden, um an diesem Augenblick teilzuhaben. Neben der festlichen Eucharistiefeier wurde nicht nur der Amtswechsel sichtbar, als Regionalvikar Thomas Eicker Pfarrer Klugmann in sein neues Amt einführte, sondern auch das Gesicht der künftigen Zusammenarbeit im Pastoralen Raum Viersen. An Klugmanns Seite stehen Pastoralreferent Harald Hüller und Gemeindereferentin Claudia Meuser. Gemeinsam bilden sie ein Leitungsteam, das in den kommenden Jahren die spirituelle und organisatorische Arbeit über die Grenzen der einzelnen Gemeinden – zu dem St. Cornelius und Peter, St. Remigius und St. Clemens gehören – hinweg tragen soll.

Nach Monaten der verantwortungsvollen Leitung von St. Cornelius und Peter als Pfarradministrator kehrt Pfarrer Rolf Hannig nun in seinen Hauptaufgabenbereich zurück: die Polizeiseelsorge. Ganz verabschieden muss sich die Gemeinde allerdings nicht von ihm – Hannig bleibt dem Pastoralen Raum und damit auch den Menschen in Dülken und Boisheim weiterhin als priesterlicher Mitarbeiter verbunden.
Wichtig war Klugmann, gleich zu Beginn einen zentralen Punkt klarzustellen: Von einer Fusion der Pfarreien könne derzeit keine Rede sein. „Die Eigenständigkeit der Gemeinden bleibt bestehen“, betonte er, auch wenn der organisatorische Rahmen des Pastoralen Raums neue Strukturen mit sich bringt. Ab Januar 2026 soll ein Kirchengemeindeverband (KGV) die rechtliche Verantwortung für Personal und Kitas der drei beteiligten Pfarreien St. Cornelius und Peter, St. Remigius und St. Clemens übernehmen.

In den Bankreihen der Kirche war zu spüren, dass den Menschen vor allem eines wichtig ist: wieder einen festen Ansprechpartner in ihrer Pfarrei zu haben. „Mein Ziel ist es, Schritt für Schritt die Besonderheiten von St. Cornelius und Peter kennenzulernen“, erklärte Klugmann. Dieses behutsame Vorgehen scheint bei vielen Gemeindemitgliedern Vertrauen zu wecken. Dass die Feierlichkeit auch ein Fest der Begegnung war, zeigte sich nach dem Gottesdienst. Vor den Kirchenportalen drängten sich Menschengruppen, es wurden Hände geschüttelt, Glückwünsche ausgesprochen und auf vielen Gesichtern lag ein Lächeln – Zeichen einer neuen, gemeinsamen Geschichte. (sk)





