Ein Meer aus Fahnen und Musik – Mönchengladbach feierte den Höhepunkt des Bundesfestes

Die Glocken der Münster-Basilika hatten kaum verklungen, da lag ein feierlicher Zauber über dem Geropark. Am Sonntag endete dort das Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit einer Messe, die den würdigen Schlusspunkt eines dreitägigen Ausnahmezustands in Mönchengladbach setzte.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler und Martin Häming

Mönchengladbach – Bundespräses Monsignore Robert Kleine zelebrierte die Liturgie, in deren Zentrum die Proklamation des neuen Bundeskönigs und der Diözesankönige stand. „Es ist bewegend zu sehen, wie viele Menschen gemeinsam Glaube und Gemeinschaft feiern“, sagte ein Teilnehmer nach der Messe.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Doch kaum war das letzte Amen gesprochen, nahm das Fest noch einmal Fahrt auf. Rund 15.000 Schützen in farbenprächtigen Uniformen, flankiert von 40 Musikkapellen, füllten die Straßen der Gladbacher Innenstadt. Von den Tribünen am Alten Markt jubelten Besucher den Bruderschaften zu, während Majestäten und Ehrengäste die Parade abnahmen. „Diese Kulisse bekommt man nur einmal im Leben zu sehen“, schwärmte eine Zuschauerin mit Gänsehaut.

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Der Alte Markt selbst verwandelte sich in ein pulsierendes Zentrum aus Klang und Farbe. Nach dem Vorbeimarsch ging es musikalisch weiter: Die „Kleinenbroicher“ sorgten mit ihrem Programm für ausgelassene Stimmung, die bis in den Abend anhielt. Besonders gefeiert wurde die Ernennung des Viersener Tambour Corps zum offiziellen Bundes-Tambour-Corps – eine Auszeichnung, die in der Szene als hohe Ehre gilt und das jahrzehntelange Engagement des Ensembles würdigte.

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Hinter den Kulissen war der Aufwand kaum geringer als auf der Straße. Der Bruderrat des Bezirksverbands Mönchengladbach/Rheydt und Korschenbroich stemmte gemeinsam mit Stadtverwaltung, Polizei und Gastronomie die logistische Mammutaufgabe. Dass sich Mönchengladbach als Gastgeber glänzend präsentierte, war am Applaus und den dankbaren Worten vieler Besucher deutlich spürbar. „Wir wollten zeigen, dass Tradition und Moderne Hand in Hand gehen können – und ich glaube, das ist uns gelungen“, meinte Schütze Manfred Hollmann.

Während sich die Schützenfamilie nun verabschiedete, bleibt die Erinnerung an ein Wochenende, das die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzte. Doch die Freude richtet sich schon nach vorn: 2026 wird Damme im Oldenburger Münsterland das nächste Bundesfest ausrichten. (sk)

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